Vor dem NSA-Untersuchungsausschuss

NSA-Spionage: Ex-BND-Chef wundert sich über Merkels Ärger

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Kam mit dicker Tasche zum NSA-Untersuchungsausschuss: Ex-BND-Chef August Hanning.

Berlin - "Ausspähen unter Freunden - das geht gar nicht", hatte Angela Merkel gesagt, als herauskam, dass ihr Handy ausspioniert wurde. Ex-BND-Chef Hanning kann mit dem Satz der Kanzlerin "wenig" anfangen.

"Ich möchte klarstellen, dass Sie natürlich damit rechnen müssen, dass jeder, der offen kommuniziert, abgehört wird.", sagte der ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning am Freitag vor dem NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags. Die NSA soll auch Bundesministerien, Bundeskanzleramt bis hin zum Handy von Merkel belauscht haben. Konkrete Erkenntnisse habe er hierzu nicht, sagte Hanning.

In seiner Aussage stellte Hanning die Ausspähungen der Amerikaner in Deutschland als normal dar. "Mich überrascht nicht, dass deutsche Ziele ausgespäht wurden". So seien auch Anschläge verhindert worden, etwa der islamistischen Sauerland-Gruppe.

Erinnerungslücken beim Ex-Geheimdienst-Chef

Unter Hanning, von 1998 bis 2005 an der Spitze des Bundesnachrichtendienstes, lief die Zusammenarbeit zwischen US-Geheimdienst NSA und BND bei der Datenausspähung in großem Stil an. Die NSA soll dem BND über Jahre auch Suchmerkmale geliefert haben, die sich auf europäische und deutsche Ziele richteten. Hanning sagte, er könne sich an keinen Vorgang erinnern, bei dem die vereinbarte Kooperation benutzt wurde, deutsche Ziele unter Verletzung deutscher Interessen auszuspähen. An „technische Einzelheiten“ könne er sich nicht erinnern.

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