Ex-Hoffnungsträgerin der SPD und heutige CDU-Abgeordnete kehrt Politik den Rücken

„Großes politisches Talent“: Swantje Hartmann plant einen Neuanfang. Foto:  dpa

Hannover. Die CDU-Landtagsabgeordnete und ehemalige Delmenhorster SPD-Bürgermeisterin Swantje Hartmann zieht sich nach der Landtagswahl Anfang 2013 komplett aus der Politik zurück.

„Ich werde mich in der kommenden Wahlperiode weder um ein Mandat im Landtag noch im Bundestag bewerben“, sagte Hartmann unserer Zeitung. Die siebenjährige parlamentarische Zeit sei für sie eine tiefgreifende Erfahrung gewesen. „Mit 38 Jahren bin ich nun neugierig, neue Erfahrungen in anderen Tätigkeitsfeldern zu sammeln.“ Dazu gebe es „unterschiedliche Optionen“.

Erst im Mai war Hartmann von Delmenhorst in den CDU-Kreisverband Hannover gewechselt. Dessen Vorsitzender, der Landtagsabgeordnete Dirk Toepffer, hatte vor, seine Kollegin als CDU-Kandidatin für den Oberbürgermeisterposten in der Landeshauptstadt aufzubauen. Diese Idee war aber weder mit der CDU-Landesspitze um Ministerpräsident David McAllister abgesprochen noch stieß sie in Hannover auf Begeisterung.

Hartmann wurde immer wieder mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Die frühere Sozialdemokratin galt nach der von der SPD verlorenen Landtagswahl 2008 als große Hoffnungsträgerin der Genossen, zerrieb sich dann aber in einem unappetitlichen Streit um angebliche finanzielle Unregelmäßigkeiten mit dem damaligen SPD-Landeschef Garrelt Duin. Ein Jahr später wechselte sie zur CDU. Vor einigen Tagen erklärte Hartmann schließlich genervt, dass sie auf keinen Fall für eine OB-Kandidatur zur Verfügung stehe.

In internen Gesprächen reifte zudem die Erkenntnis, sich in Hannover auch nicht um einen Landtags- oder Bundestagswahlkreis zu bemühen. Dass die frühere Betriebsrätin 2013 ganz aus Niedersachsen wegziehen könnte, wollte sie nicht bestätigen. „Jetzt steht für mich erst mal eine neue Lebensphase an“, sagte sie vieldeutig.

Parteifreund Toepffer will sein verhindertes Zugpferd dagegen halten. „Ich hoffe, dass sie in Hannover bleibt und sich hier weiter in der CDU engagiert“, sagte der CDU-Kreischef unserer Zeitung. „Schließlich ist Swantje Hartmann ein großes politisches Talent.“

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