Ex-Moderator Hoven (50) als Maskenmann enttarnt

Youtube-Figur Dr. Proebstl (oben) alias Percy Hoven. dpa-Foto/Screenshot

Moderator der ersten Big-Brother-Staffel im Jahr 2000, Synchronsprecher, unterwegs für diverse TV- und Radiosender, jetzt Porträtmaler:

Aus dem Schatten seines Vaters Adrian Hoven, der in vielen Nachkriegszeit-Filmen den jungen Helden gab, hat Percy Hoven (50) es nie herausgeschafft.

Zweifelhaften Ruhm hat Hoven junior nun als Kunstfigur Dr. Alfons Proebstl erlangt. Der ließ mit Gummimaske, Vollglatze, in 50er-Jahre-Spießerkulisse und breitem Wienerisch üble Hasstiraden gegen Flüchtlinge vom Stapel. Aus dem eigenen Youtube-Kanal schaffte es Proebstl/Hoven sogar live bis zur Demo der fremdenfeindlichen Dresdener Pegida. Deren Gründer Lutz Bachmann, gegen den wegen Volksverhetzung ermittelt wird, hielt dem Maskenmann selbst das Mikro.

In fast 90 Youtube-Clips gab der rechte Grantler Sätze von sich wie: „97 Prozent der Flüchtlinge sind keine“, sondern „Invasoren“ oder „Offensivgäste“. Und: „Eine Befragung hat ergeben, dass 70 Prozent der einreisenden Afrikaner schon einmal eine Frau vergewaltigt haben.“ Von rechts brachte Hoven das Applaus, von anderen Vorwürfe der Menschenverachtung.

Die Augsburger Allgemeine - Hoven wohnt mit Frau, zwei Kindern und Malstudio nahe der bayerischen Stadt - hat den Gummimaskenträger enttarnt. Der versuchte einen Spagat zwischen Rechtfertigung und Zerknirschung: „Extrem provokant“, sei Proebstl. Aber: „Dies war als reine, wenn auch böse Satire gedacht.“ An Hetze, so Hovens Entschuldigung, habe er nie gedacht. Immerhin: Das Flüchtlingsthema sei „völlig falsch angelegt“ gewesen. Und: „Der Auftritt bei Pegida war ein großer Fehler, den ich zutiefst bedaure und gern rückgängig machen würde, wenn ich könnte.“

Trotz guter Klickzahlen, der Währung im Netz, macht Hoven den Proebstl-Laden nun zu. Mit einem Schild „Praxis heute leider geschlossen“, dazu getragene Klaviermusik. Um Paypal-Spenden bittet der Maler weiterhin. (mit dpa)

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