Verdacht auf Untreue: Der ehemalige Sprecher der Stadtwerke Wolfsburg vor Gericht

Ex-Sprecher: Alles ein Missverständnis

Wolfsburg. Der ehemalige Sprecher der Stadtwerke in Wolfsburg muss sich seit Dienstag vor dem Amtsgericht Wolfsburg verantworten. In dem Prozess um die sogenannte Stadtwerke-Affäre geht es um Anstiftung zur Untreue, Beleidigung und üble Nachrede. Der Angeklagte ließ über seine Verteidigung erklären, dass es sich um ein Missverständnis handele.

Er soll unter anderem für ein Fußballspiel des Bundesligisten VfL Wolfsburg VIP-Karten geordert haben, die er an Freunde weiterreichte. Die Rechnung in Höhe von 5000 Euro dafür ließ er von den Stadtwerken bezahlen, vom Vorstand war dies nicht genehmigt worden.

VIP-Karten für den VfL

Der ehemalige Sprecher bezog sich in seiner Erklärung vor Gericht auf einen Sponsoringvertrag, der zwischen einer Stadtwerke-Tochter und einer Hallenfußballmannschaft besteht. Im Rahmen dieses Vertrages hätten einige Spieler und deren Partnerinnen die VIP-Karten zum Preis von je 250 Euro geschenkt bekommen - für besonderes Engagement. Er selbst spielt in dieser Mannschaft.

In dem Prozess geht es auch um sechs anonyme Briefe, die der Angeklagte verschickt haben soll. Darin soll der ehemalige Chef der Stadtwerke, Markus Karp, beleidigt und verleumdet worden sein. Außerdem sollen Karp unwahre Korruptionsvorwürfe gemacht worden sein. Das Gericht hat sechs Verhandlungstermine anberaumt.

Ein zweiter Prozess wird sich mit dem Kern der Stadtwerkeaffäre befassen: dem Vorwurf, dass der ehemalige Sprecher für die CDU Wahlkampf gemacht und die Kosten über die Stadtwerke abgerechnet haben soll. Er selbst beschuldigt den im Zuge der Affäre abgelösten Ex-Stadtwerke-Chef und einstigen CDU-Wahlkampfmanager Markus Karp, Drahtzieher der Aktionen gewesen zu sein. Unter anderem geht es um den Wahlkampf für die Landtagswahl 2003, bei der Christian Wulff Ministerpräsident in Niedersachsen wurde. Ein Termin für diesen Prozess steht noch nicht fest (lni)

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