Ehemaliger Verteidigungsminister

Georg Leber ist tot

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Georg Leber

Berlin - Als langjähriger Gewerkschaftschef, Verkehrs- und Verteidigungsminister setzte der Sozialdemokrat Georg Leber wichtige Marken. Jetzt ist der „Sozi“ vom alten Schlag gestorben.

Georg Leber, einer der prägenden SPD-Politiker der Nachkriegszeit, ist tot. Der langjährige Bundesminister und Gewerkschaftsführer starb am Dienstag im Alter von 91 Jahren nach längerer Krankheit in seiner bayerischen Wahlheimat.

Dies teilte die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in Frankfurt mit, deren Vorläuferorganisation er von 1957 bis 1966 geleitet hatte. „Schorsch“ Leber war in den Kabinetten Kiesinger, Brandt und Schmidt seit 1966 Bundesminister zunächst für Verkehr sowie für Post. Er setzte unter anderem das Tempo 100 auf Landstraßen durch und forcierte den Ausbau von Autobahnen.

Populär wurde der gelernte Maurer aus dem Westerwald vor allem in seinem Amt als Verteidigungsminister ab 1972. In dieser Zeit ernannte Leber, der dem rechten SPD-Flügel angehörte, die ersten Frauen zu Sanitätsoffizieren und gründete die Bundeswehr-Universitäten. Für einen Abhörskandal übernahm er 1978 die Verantwortung und trat zurück. Leber gehörte bis 1983 dem Bundestag an und war zeitweise Vizepräsident des Parlaments.

Leber gehöre zu den „ganz großen politischen Persönlichkeiten der Nachkriegsgeschichte“, die sich Anerkennung über Parteigrenzen hinweg erarbeitet hätten, sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel. Der Verstorbene habe das Allgemeinwohl und nicht persönliche Befindlichkeiten ins Zentrum seiner Arbeit gestellt.

Auch SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier nannte Leber „einen der großen Männer“ der Sozialdemokratie. „Wir verlieren eine der prägenden Gestalten der damals noch jungen Bundesrepublik, einen der Wegbereiter eines neuen und modernen, eines weltoffenen und sozialen Deutschlands“, erklärte er.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, sein SPD-Vorgänger habe „einen großen Dienst für unser Land und für die Bundeswehr geleistet“. In seiner Amtszeit habe er sich den Ruf des „Soldatenvaters“ erworben. So werde er in Erinnerung bleiben.

IG BAU-Chef Klaus Wiesehügel würdigte Leber als wegweisenden Vorkämpfer der deutschen Arbeiterbewegung. Er werde für viele Generationen Vorbild bleiben.

dpa

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