Ex-Wulff-Sprecher warb Sponsorengelder ein

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Olaf Glaeseker soll doch Sponsorengelder für eine Party-Reihe gesammelt haben.

Berlin - Neue Vorwürfe gegen Olaf Glaeseker: Der frühere Wulff-Sprecher soll laut einem Medienbericht doch Sponsorengelder für eine Party-Reihe eingesammelt. Bundespräsident Wulff hatte anderes behauptet.

Anders als von Wulffs Anwälten behauptet habe Olaf Glaeseker in seiner Zeit in Niedersachsen offenbar doch Sponsorengelder für die privat organisierte Lobbyveranstaltung “Nord-Süd-Dialog“ eingeworben, berichtet das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel“.

So habe er als Regierungssprecher des damaligen Ministerpräsidenten Wulff im November 2009 einer Mitarbeiterin des Eventmanagers Manfred Schmidt per E-Mail mitgeteilt, dass sich der Ölkonzern Exxon mit 15 000 Euro beteiligen werde. Im Dezember 2009 habe ein Schmidt-Mann notiert, Glaeseker habe mit dem Energiekonzern RWE eine Zahlung von 25 000 Euro vereinbart. Dafür dürfe der Konzern ein Elektroauto und eine Stromzapfsäule in den Eingangsbereich stellen. Glaeseker solle eventuell bei RWE nochmal nachhaken, damit sich ein RWE-Vorstand bei der Party blicken lasse.

Die Anwälte von Wulff hatten laut “Spiegel“ hingegen auf Anfrage erklärt: “Finanzierung und Einwerbung von Sponsoren sind durch den Gastgeber und Veranstalter erfolgt.“ Noch am Donnerstag hatte auch Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) im Landtag betont, es habe keine Beteiligung der Landesregierung an der Party gegeben, die für Schmidt höchst lukrativ gewesen sein soll. Kurze Zeit später stellte sich heraus, dass das nicht stimmte. Möllring erklärte daraufhin, er fühle sich von Glaeseker “beschissen“.

Laut “Spiegel“ war Glaeseker, gegen den die Staatsanwaltschaft Hannover inzwischen wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermittelt, offenbar weitaus häufiger zu Gast in Schmidts Ferienimmobilien in Südfrankreich und Spanien als bisher bekannt. Enge Bekannte Schmidts hätten von etwa zwei Aufenthalten pro Jahr gesprochen. Außerdem solle Glaeseker in den vergangenen Jahren rund ein Dutzend Mal auf Vermittlung von Schmidt kostenlos mit Air Berlin geflogen sein. Keiner der Beteiligten wollte sich dem Bericht zufolge zu den Vorgängen äußern.

dpa

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