Loch in Flugzeughülle

Explosion in Airbus: Vermutlich Bombenanschlag

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Somalische Behörden gehen nach der Explosion an Bord eines Passagierflugzeugs von einem Bombenanschlag aus.

Mogadischu - Es passiert in der Startphase: Eine Explosion reißt ein Loch in die Flugzeugkabine. Der Sog reißt einen Passagier nach draußen. War es ein Terroranschlag? Vieles deutet darauf hin

Die Explosion in einem Passagierflugzeug mit einem Toten am Dienstag war nach Einschätzung der somalischen Behörden ein Terroranschlag. Ein Sprengsatz sei vermutlich von einer Person an Bord gezündet worden, erklärte ein Geheimdienstmitarbeiter am Freitag in Mogadischu.

Die Explosion in dem Airbus A321 der Daallo Airlines hatte sich am Dienstag rund 15 Minuten nach dem Abflug von Mogadischu in Richtung Dschibuti ereignet. Ein Passagier wurde offenbar durch das Loch nach außen gezogen und starb. Der Pilot konnte in Mogadischu notlanden. Nur zwei der 74 Passagiere wurden verletzt. 

Die "Bild"-Zeitung berichtet, der Attentäter habe sich als Rollstuhlfahrer getarnt und so die Sicherheitskontrollen nicht passieren müssen. Dem Bericht nach sei der Attentäter selbst durch das Loch nach draußen gesogen worden.

Offenbar sei dem Attentäter ein Fehler unterlaufen, erklärte der Beamte. Die Explosion habe nur ein Loch in die Hülle gerissen. In größerer Flughöhe hätte selbst ein kleiner Sprengsatz verheerender sein können.

Daallo hatte den Airbus nach eigenen Angaben bei der griechischen Firma Hermes gechartert. Ein somalischer Kabinettsminister sagte, ausländische Sprengstoffexperten seien an der Untersuchung beteiligt. Daallo Airlines zufolge sind wie üblich auch Experten des Flugzeugherstellers Airbus beteiligt.

Bislang hat sich keine Terrororganisation zu dem mutmaßlichen Anschlag bekannt. Die in Somalia aktive islamistische Terrormiliz Al-Shabaab hat bislang nie einen Anschlag auf ein Passagierflugzeug verübt. Der Daallo-Vorstandsvorsitzende hatte am Donnerstag Medienberichten zufolge erklärt, dass bei den ersten Untersuchungen Sprengstoffreste nachgewiesen worden seien. Einige Passagiere hatten von einer Explosion an Bord berichtet.

Ein Passagier wurde den Behörden zufolge nach der Explosion durch das Loch im Rumpf aus dem Flugzeug gesogen. Körperteile eines aus großer Höhe abgestürzten Mannes wurden bei Bal'ad rund 30 Kilometer nordöstlich von Mogadischu gefunden. Es handelt sich nach Angaben des Ministers um einen somalischen Staatsbürger. Es könne aber noch nicht abschließend bestätigt werden, dass er tatsächlich aus dem Flugzeug gestürzt sei.

dpa

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