Explosion in Damaskus

Damaskus - Eine Explosion hat am Freitagvormittag die syrische Hauptstadt Damaskus erschüttert. Dabei sind mehrere Menschen ums Leben gekommen.

Die Regierungstruppen und die bewaffnete Opposition haben am Freitag gezeigt, dass die Waffenruhe in Syrien bislang nur auf dem Papier existiert. Nach Angaben der Staatsmedien und der Regimegegner detonierten am Freitag drei Sprengsätze in Damaskus und Banias. Landesweit starben nach unbestätigten Berichten 20 Menschen, darunter drei Angehörige der Sicherheitskräfte.

Der folgenreichste der insgesamt drei Sprengstoffanschläge ereignete sich in dem Damaszener Viertel Al-Midan. Nach Angaben von Krankenhausärzten kamen zehn Menschen ums Leben. Die staatlichen Medien berichteten, ein Mann habe sich um die Mittagszeit neben einer Moschee im al-Midan-Viertel in die Luft gesprengt. In dem vorwiegend von sunnitischen Muslimen bewohnten Viertel hatte es seit Beginn des Aufstandes gegen Präsident Baschar al-Assad jeweils nach dem Freitagsgebet mehrfach Demonstrationen gegen das Regime gegeben. Dass der Anschlag von Regimegegnern verübt wurde, gilt daher als wenig wahrscheinlich.

Am Freitag demonstrierten erneut Tausende gegen das Assad-Regime. Motto der Proteste war eine Koran-Sure. Sinngemäß übersetzt bedeutet sie: „Gottes Wille wird geschehen, deshalb versuche nicht, es zu beschleunigen.“

Trotz der Gewalt und der Proteste gingen die Vorbereitungen für die Parlamentswahl am 7. Mai weiter. Die Nachrichtenagentur Sana meldete, 7195 Kandidaten hätten sich registrieren lassen.

Der Sprecher der UN-Militärbeobachter in Damaskus, Neeraj Singh, sagte der Nachrichtenagentur dpa, von den insgesamt 15 Beobachtern hielten sich inzwischen zwei dauerhaft in der Provinz Daraa auf, zwei weitere in Homs und zwei in Hama. Die restlichen neun Militärs seien in Damaskus, von wo aus sie täglich zu Beobachtungsmission aufbrechen. Erst wenn die Zahl der Beobachter steige, werde es möglich sein, ständig in allen Regionen präsent zu sein.

Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter berichtete, in Aleppo hätten Deserteure drei Angehörige der Sicherheitskräfte getötet. In der Provinz Homs sei ein Deserteur bei einem Gefecht mit den Regierungstruppen getötet worden, hieß es. In Deir as-Saur fanden Regimegegner nach eigener Aussage die Leiche eines durch Folter entstellten Mannes. Am Vortag sollen die Regierungstruppen 37 Menschen getötet haben, davon 16 in Deir as-Saur.

Die syrische Muslimbruderschaft forderte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon auf, die Friedensmission des Sondergesandten Kofi Annan offiziell für beendet zu erklären. Sie forderte wegen der andauernden Gewalt außerdem den Ausschluss Syriens aus den Vereinten Nationen, solange Präsident Baschar al-Assad an der Macht ist. Die islamistische Organisation ist zwar in Syrien offiziell verboten, gehört aber dennoch zu den wichtigsten Oppositionsgruppen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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