Meedia-Ranking enthüllt

Merkel stürzt ab, Überraschung auf Platz 1: Diese Politikerin dominiert bei Facebook

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Die Vertreter der kleinen Parteien beim Live-Fünfkampf in der ARD zur Bundestagswahl 2017. 

Ein eigener Social-Media-Kanal ist für jeden Politiker im digitalen Zeitalter unerlässlich. Auf Facebook agieren vor allem zwei Parteien erfolgreich. Kanzlerin Merkel muss Federn lassen. 

München - Sowohl Unions- als auch SPD-Politiker haben bei einem groß angelegten Facebook-Ranking des Online-Fachportals „Meedia.de“ schlecht abgeschnitten. Unter den Top-10 der erfolgreichsten Politiker findet sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nur eine Vertreterin der neuen Großen Koalition, die nach langen Sondierungsgesprächen seit Mitte März 2018 offiziell im Amt ist. Stattdessen dominieren Abgeordnete der AfD und der Linkspartei die Liste derjeniger Politiker, die bei den Usern am meisten Interaktionen mit ihren Postings hervorrufen.

Meedia wertete hierbei die Online-Publikationen der vergangenen 30 Tage der Facebook-Accounts der bekanntesten Politiker aus; in die Wertung flossen die Gesamtzahl aller Likes, Reactions, Shares und Kommentare auf Postings in den Monaten März und April. 

AfD-Politikerin Alice Weidel auf Platz 1

Angeführt wird das Ranking von der AfD-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Alice Weidel. Sie kommt auf einen Gesamtwert von 421.400 Reaktionen. Damit hat sie fast 100.000 Reaktionen mehr eingesammelt als ihr Parteikollege Jörg Meuthen (329.500), der seinerseits Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht (314.400) knapp auf Platz 3 verweist. Gregor Gysi, ebenfalls „Die Linke“, rangiert mit 97.000 Reaktionen bereits arg abgeschlagen auf Platz vier. Erst dann folgt Bundeskanzlerin Angela Merkel, die im gleichen Zeitraum 94.600 Reaktionen einsammelte. Damit ist sie die einzige Vertreterin ihrer Partei unter den ersten Zehn, von einem SPD-Politiker ganz zu schweigen. Franziska Giffey, sozialdemokratische Familienministerin, rangiert als stärkste Abgeordnete ihrer Partei auf Platz 16. Die Grünen fehlen in den Top-25 komplett. 

Erfolgreich auf Facebook: Sahra Wagenknecht (Die Linke), Christian Lindner (FDP) und Alice Weidel (AfD). 

Vor allem im Vergleich zu den Zahlen des vergangenen Jahres, also zur Zeit vor der Bundestagswahl, offenbaren sich gravierende Unterschiede. So führte FDP-Vorsitzender Christian Lindner im Mai 2017 das Ranking souverän an - vor Merkel und der damaligen AfD-Chefin Frauke Petry. Im aktuellen Ranking liegt Lindner auf Platz neun (Paukenschlag: FDP-Chef Lindner und seine Frau haben sich getrennt).

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, mittlerweile in der politischen Versenkung verschwunden, belegte immerhin Rang 6. Besonders beeindruckend: Obwohl der Wahlkampf mit Veröffentlichung der Wahlergebnisse am 24. September 2017 offiziell beendet ist, konnten die Spitzenreiter Weidel, Meuthen und Wagenknecht ihre Interaktions-Quote bis zum heutigen Zeitpunkt zum Teil deutlich steigern. 

Emotionale Posts werden durch den Facebook-Algorithmus bevorzugt

Hierbei dürfte den dreien jedoch die Tatsache in die Hände spielen, dass Oppositionsarbeit zu großen Teilen bedeutet, die Regierungskoalition zu kritisieren; einfache, wütende oder empörte Social-Media-Postings haben daher eine viel größere Chance, durch den neuen Facebook-Algorithmus im News-Feed der User wahrgenommen zu werden. In diesem Zusammenhang scheint es Linkspartei und AfD im Gegensatz zur FDP besser zu gelingen, ihre jeweiligen Fans zu mobilisieren - Lindner selbst musste seit Mai 2017 fast 85 Prozent seiner Gesamt-Reaktionen einbüßen

Bei den allgemeinen „Gefällt-Mir-Angaben“ auf seinen Facebook-Account jedoch verweist der FDP-Chef mit knapp 253.000 Likes die AfD-Politiker Meuthen (87.200) und Weidel (145.700), aber auch die SPD-Chefin Andrea Nahles (16.866) oder den Grünen-Abgeordneten Cem Özdemir (155.239) mit großem Vorsprung auf die Plätze. Unangefochtene Spitzenreiterin bleibt in dieser Kategorie aber weiterhin die Kanzlerin: An Angela Merkels gesammelte 2,5 Millionen Profil-Likes kommt so schnell niemand heran. 

Lesen Sie auch: Nach Tariferhöhung: So viel verdient Kanzlerin Merkel bald mehr

lpr

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