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Facebook will ungefragt mit Profilbildern werben

Berlin. Das soziale Netzwerk Facebook plant eine Änderung seiner Nutzungsbedingungen. Darin geht es auch um die Regeln zur Werbung. Laut der neuen Bedingungen darf Facebook ungefragt die Fotos und Profilbilder der Nutzer in Werbe-Einträgen nutzen.

Das kritisierten mehrere amerikanische Datenschutzgruppen. Sie schrieben einen Brief an die US-Aufsichtsbehörde FTC, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg kürzlich.

Facebook dagegen verweist darauf, dass die Änderung nur die bestehende Werbepraxis für die Nutzer verständlicher machen soll. Dabei geht es um die sogenannten „sponsored posts“. Bei diesen Werbe-Einträgen auf Facebook könnte zum Beispiel ein Produkt mit dem Bild und Namen eines Facebook-Nutzers angepriesen werden.

Ein anderer Nutzer sieht dann das Profilbild eines seiner Facebook-Kontakte gemeinsam mit der Botschaft eines Unternehmens. Das geht, wenn der Freund bei dem Facebook-Auftritt der Firma auf „Gefällt mir“ geklickt hat. Die Unternehmen bezahlen Facebook dafür, solche Updates in den Nachrichtenstrom der Nutzer zu platzieren.

Foto darf genutzt werden

In den neuen Nutzungsbedingungen heißt es nun: „Du erteilst uns deine Erlaubnis zur Nutzung deines Namens, Profilbilds, deiner Inhalte und Informationen im Zusammenhang mit kommerziellen, gesponserten oder verwandten Inhalten (z. B. eine Marke, die dir gefällt).“

Das gelte auch für minderjährige Nutzer. Sie versichern mit der Nutzung der Richtlinie zufolge, dass ein Elternteil den Facebook-Regeln zugestimmt habe. Bei Facebook dürfen sich offiziell erst Jugendliche ab 13 Jahren anmelden.

Außerdem schreibt Facebook, dass Werbung nicht immer als solche gekennzeichnet werden solle. „Wir haben unsere Werbepraktiken oder -politik nicht geändert – wir machen die Dinge nur deutlicher für die Menschen, die unseren Dienst nutzen“, erklärten die Betreiber des Netzwerks. Die neue Erklärung solle deutlicher machen, welche Befugnisse Nutzer dem Netzwerk einräumen.

Allerdings gibt es für Facebook-Mitglieder in Deutschland eine Sonderregelung: In den deutschen Regeln wird ausdrücklich erwähnt, dass Mitglieder diese Funktion ausschalten können. Das geht in den Einstellungen zur Privatsphäre unter dem Bereich „Werbung“.

Generell sei zu empfehlen, sich die Nutzerbedingungen durchzulesen, sagt Wilhelm Rydzy, Referatsleiter für Telekommunikation und Telemedien beim Hessischen Datenschutzbeauftragten. Sie enthielten Hinweise zu privaten Einstellungen und erläuterten diese. (dpa/mad)

Junge Menschen suchen Infos

Facebook ist in Deutschland zur wichtigsten Informationsquelle junger Menschen im Internet geworden. Fast zwei Drittel der 14- bis 29-Jährigen nutzen das soziale Netzwerk, um sich aktuell über Politik, Wirtschaft und Kultur zu informieren. Dies ergab die am Freitag veröffentlichte Studie „Relevanz der Medien für die Meinungsbildung“ von TNS Infratest im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM).

Das Internet ist demnach für 14- bis 29-Jährige eine wichtigere Informationsquelle (49 Prozent) als das Fernsehen (26 Prozent) und die Tageszeitung (13,6 Prozent).

Innerhalb des Netzes liegt Facebook deutlich vor anderen Recherche-Quellen wie Video-Portalen und Online-Angeboten von Zeitschriften. (dpa)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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