Arbeitgeber kann Attest am ersten Krankheitstag verlangen

Fairer Kern - Kommentar zum Abgeben der Krankmeldung

Arbeitgeber dürfen von ihren Mitarbeitern bereits am ersten Krankheitstag ein ärztliches Attest verlangen. Das entschied das Bundesarbeitsgericht am Mittwoch und bestätigte damit die geltende Rechtslage. Ein Kommentar.

Das Urteil der Bundesarbeitsrichter ist eindeutig: Der Arbeitgeber darf entscheiden, wann ein Arbeitnehmer eine Erkrankung mit ärztlichem Attest nachweisen muss. Das kann – und so ist es in vielen Betrieben üblich – schon am ersten Tag der Erkrankung der Fall sein. Der Arbeitgeber muss auch nicht begründen, warum er bei manchen Beschäftigten die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung früher verlangt als bei anderen.

Lesen Sie auch:

- Attest am ersten Krankheitstag: Das sagen regionale Arbeitgeber

Wer partout ein Problem in dem Urteil sehen will, kann es an dieser Stelle tun: Die mögliche unterschiedliche Handhabung des geltenden Gesetzes, die nun höchstrichterlich bestätigt wurde, begreifen manche Angestellte als Schikane. Niemand setzt sich gern dem Verdacht aus, ein Blaumacher zu sein: Warum darf die Kollegin drei Tage ohne Schein fehlen, während der Kollege das Attest schon am ersten Abwesenheitstag vorweisen muss? Vielleicht, weil er häufig von Rosenmontag bis Aschermittwoch gefehlt hat.

Das Problem wäre mit einer klaren und einheitlichen gesetzlichen Regelung aus der Welt zu schaffen. Künftig sollte überall nur noch die Ein-Tages-Grenze gelten – für sämtliche Arbeitnehmer: Misstrauen sowie Mobbingpotenzial könnten so eingedämmt, wenn nicht überwunden werden. Denn die Kernaussage des Erfurter Urteils ist vernünftig und fair für Arbeitgeber sowie Beschäftigte: Wer nicht arbeitsfähig ist, ist krank. Und wer krank ist, muss zum Arzt, nicht erst am dritten Tag, sondern sofort.

Von Jörg S. Carl

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.