Kommentar zu Auslandseinsätzen deutscher Soldaten: Falsches Profilieren

Peter Klebe

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen will deutsche Soldaten verstärkt in Auslandseinsätze schicken. Damit hat sie eine kontroverse Debatte ausgelöst. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenredakteur Peter Klebe.

Wenn Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen heute zum Antrittsbesuch bei der Truppe in Sachsen-Anhalt kommt, wird sie einiges erklären müssen. Ihr Vorstoß schlägt Wellen: Sie will die Bundeswehr künftig verstärkt zu Auslandseinsätzen schicken. Kritik kommt nicht nur von der Opposition, sondern auch vom Koalitionspartner SPD. Denn sie hat ohne Not einen neuen Konflikt in der Regierung ausgelöst und auch die Öffentlichkeit fragt sich, was sie geritten hat.

Die Ministerin will weitere deutsche Soldaten nach Mali beordern, um die Franzosen dort zu unterstützen. Außerdem schwebt ihr vor, beim Rücktransport verwundeter Soldaten aus Zentralafrika zu helfen. Gegen humanitäre Hilfe ist nichts einzuwenden, dennoch kommt die Debatte zur Unzeit. Weder die Franzosen noch andere Länder haben Deutschland um Hilfe gebeten, außerdem ist die Bundeswehr personell und materiell nicht gerade gut ausgerüstet. Die Ministerin will sich einmal mehr als entschlossen präsentieren. Aber eine Debatte, ob sich Deutschland verstärkt im Ausland engagieren soll und muss, gehört in den Bundestag. Für Profilierungsversuche einer neuen Ministerin ist das Thema zu heikel. Es geht auch um Menschenleben.

kle@hna.de

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