In ländlichen Gebieten fahren immer weniger Busse - Viele Fahrer profitieren nicht vom Lohnplus

Fast jeder 2. Verkehrsbetrieb ist privat

Celle. Gestern streikten in Hannover die Beschäftigten des öffentlichen Nahverkehrs für 6,5 Prozent mehr Lohn. Das wären bei einem Einstiegsgehalt von 11,38 Euro für einen Busfahrer bei der Üstra 74 Cent mehr pro Stunde. Für viele Busfahrer bleibt so eine Bezahlung nur ein Traum. Denn die Tarifsteigerungen gelten nur für kommunale Mitarbeiter. 40 Prozent der Verkehrsbetriebe in Niedersachsen sind aber Privatunternehmen.

„Wer von denen mehr als zehn Euro zahlt, gilt schon als sozialer Betrieb“, sagt Mira Ball von der Gewerkschaft Verdi. So verdienen in Celle 27 langjährige Busfahrer des ÖPNV-Unternehmens CeBus seit Januar bis zu 800 Euro pro Monat weniger. Ihr Stundenlohn wurde um fünf Euro auf 8,39 Euro gesenkt. Lohnerhöhungen gab es bei CeBus seit zehn Jahren nicht mehr. „Celle ist ein extremer Fall, aber die Absenkung des Lohns bei Neueinstellungen von Busfahrern gibt es an vielen Orten in Niedersachsen“, sagt Ball.

Gleichzeitig wird der öffentliche Nahverkehr in Niedersachsen immer mehr ausgedünnt. „Seit zwei Jahren werden zunehmend Anträge bei uns gestellt, auf Buslinien seltener zu fahren oder sie ganz einzustellen“, sagt Rainer Peters, Sprecher der Landesnahverkehrsgesellschaft. „Die Unternehmen merken gerade auf dem Lande die sinkende Zahl der Schüler, die 80 Prozent der Fahrgäste ausmachen. Außerdem sind die Landkreise als kommunale Auftraggeber immer weniger bereit, einen Verlustausgleich zu leisten. Die Folge ist ein Abspecken bei den Fahrplänen etwa im Harz, im südlichen Niedersachsen oder im Kreis Lüchow-Dannenberg“, sagt Peters.

Von Joachim Göres

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