Landesregierung schaltet sich ein

Fast leerer Edersee: Streit um Wasser eskaliert

Edersee. In den Streit um eine erneute Wasserabgabe aus dem Edersee hat sich nun auch Hessens Umweltstaatssekretär Mark Weinmeister (Gudensberg) eingeschaltet. Er spricht sich gegen eine weitere Wasserentnahme aus:

Video: Umfrage zum Wasser-Ablass aus dem Edersee

„Für einen Schwerlasttransport sind solche Wasserabgaben sicherlich verhältnismäßig. Andere Abgabegründe sind nicht im Sinne der Vereinbarungen der Ederseekonferenz von 2008“, so der aus Nordhessen stammende Staatssekretär.

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„Diese Vereinbarungen gibt es nicht ohne Grund und sie sind ernst zu nehmen“, zeigte Weinmeister (CDU) Verständnis für den Ärger der Edersee-Anrainer, dass für ein Fest am 13. August im niedersächsischen Bodenwerder Wasser abgelassen werden soll. Die ganze Region und nicht zuletzt auch der Nationalpark Kellerwald seien mittelbar vom Edersee abhängig. Weinmeister fordert, dass die Vereinbarungen der Konferenz eingehalten werden und geht davon aus, dass sich alle Beteiligten zu Gesprächen treffen.

Pegel sinkt weiter

Gestern betrug die Füllmenge des Edersees 41,66 Millionen Kubikmeter. 25 Kubikmeter fließen derzeit pro Sekunde aus dem See, aber nur 3,9 Kubikmeter hinzu. Der See verliert also täglich knapp zwei Millionen Kubikmeter Wasser.

Weitere Infos zum Edersee:

- Das HNA-Edersee-Spezial: www.hna.de/edersee

- Im Regiowiki: regiowiki.hna.de

Bei einem Vollstau speichert der größte See Hessens 199,3 Millionen Kubikmeter. Derzeit liegt der Wasserpegel über 21 Meter unter dem Höchstpegel. Bürgermeister aus Orten rund um den Edersee planen Proteste beim Wasser- und Schiffahrtsamt Hann. Münden, das den Edersee bewirtschaftet. (jum)

Hintergrund: Regendefizit leert Edersee und Weser

Der Sommer mies und der Juli verregnet. Das ist nur gefühlte Wahrheit: Nach Auskunft von Meteorologen blieb die Niederschlagsmenge in unserer Region unter dem jahreszeitlich üblichen Mittel. Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) in Hann. Münden bestätigt diese Mitteilung: So sei im Bereich der Oberweser und ihren Zuflüssen im Juli 50 Prozent weniger Regen gefallen als üblich.

Niedrige Pegel: Der Edersee bei Herzhausen.

Das Niederschlagsdefizit hat dazu geführt, dass die Edertalsperre derzeit sehr wenig Wasser führt - weite Uferbereiche sind freigelegt. Mitschuld an diesem Zustand habe das WSA, sagen Bürgermeister und Touristiker am Edersee. Das Amt berücksichtige zuwenig die touristischen Interessen am Edersee. Das WSA entgegnet, man habe sich stets um einen Interessenausgleich an Weser und Edersee bemüht. Zudem sei man an die Betriebsvorschriften gebunden. Und die besagen, dass die Aufgabe der Talsperre neben dem Hochwasserschutz in erster Linie die Sicherstellung der Schifffahrt auf der Weser ist.

Aber damit dürfte in einer Woche auch Schluss sein. Denn nach einer letzten Abgabe aus dem See am 11. August für das Lichterfest in Bodenwerder wird der Weserpegel voraussichtlich fallen. Von aktuelle knapp 1,20 Meter auf dann nur noch 85 Zentimeter. Dann ist der Fluss zu Flach für jedes Schiff. (geh)

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