Er spricht auch über mögliche Koalitionen

FDP-Chef Lindner: "AfD-Wähler nicht dämonisieren"

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FDP-Chef Christian Lindner.

München - Die AfD wird nach ihren Wahlerfolgen heftig kritisiert. FDP-Chef Christian Lindner warnt davor, die Wähler der Rechtspopulisten zu dämonisieren. Er hat eine andere Idee.

Die FDP ist im Aufwind. Im Super-Wahlsonntag zogen die Liberale in zwei von drei Landtage ein. Es stehen sogar Regierungsbeteiligungen in Aussicht. Nur in Sachsen-Anhalt hat es nicht gereicht - trotz eines Zugewinns. Stattdessen zog die AfD mit fast 25 Prozent ins Parlament. FDP-Chef Christian Lindner vermeidet einen harten Konfrontationskurs mit den Wählern der noch jungen und teils heftig kritisierten Partei. "Ich rate davon ab, die Wähler der AfD zu dämonisieren", sagte Lindner zur Süddeutsche Zeitung. "Neben dem harten, reaktionären Kern ist die Partei offenbar auch für Menschen anziehend, die Protest wählen wollten und deshalb eine Partei ohne Personal und Programm vorgezogen haben."

Genau diesen Wählern müsse man eine Brücke "zurück in den Kreis der verantwortungsbewussten Kräfte" bauen, so Lindner weiter. Er verstehe, dass AfD-Sympathisanten nicht mit der Flüchtlingspolitik von Merkel einverstanden sind. Auch er bekräftigt: "Frau Merkel muss ihre Politik korrigieren." Trotzdem müssten die Parteien bei den AfD-Wählern für mehr Aufklärung sorgen. "Bist du bereit, eine Partei ins Parlament zu wählen, die mehr Verständnis für Putin als Obama hat, die völkisch-kollektivistisch ist, die Abschottung will und Ressentiments pflegt", appelliert Lindner an die Wähler. "Gibt es für dich wirklich keine bessere Optionen?" Ob dies nun die FDP, die Union oder die SPD sei, überlasse er den Wählern in ihrer Entscheidung selbst.

Der FDP-Chef spricht in dem Interview ebenfalls über mögliche Regierungsbeteiligungen seiner Partei. Für Baden-Württemberg schloss er eine Koalition mit Grün-Schwarz aus. Anders sehe dies in einer Ampelkoalition in Rheinland-Pfalz aus. "Die Wahrscheinlichkeit, dass wir unsere Inhalte durchsetzen können, ist dort größer", begründet Lindner die Sondierungsgespräche mit der SPD und den Grünen. Im Südwesten sehe er keinen "Staatsnotstand", der eine Koalition erzwingen würde.

ms

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