Opposition im 68er-Stil

Vorstand der FDP-Jugend startet Nackt-Kampagne

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In ihrer aktuellen Kampagne stellt die FDP-Jugend ein Foto der 68er-Kommune 1 nach.

München - Im Kampf um neue Mitglieder setzt die FDP nun auch nackte Tatsachen ein: "Wir sind die neue APO", erklärt die FDP-Jugendorganisation Julis und zieht zu Werbezwecken blank.

2013 war kein gutes Jahr für die FDP: Nach der Bundestagswahl im September verschwand sie aus dem Bundestag, in sieben Landtagen gibt es derzeit keine gelbe Fraktion. Nun strebt die Partei einen Neustart als "außerparlamentarische Opposition" an und setzt dabei auch auf ungewohnte Provokation.

"Wir Liberalen sind nun die APO. Das haben wir uns zwar nie so gewünscht, werden aber das Beste draus machen", verkünden die Jungen Liberalen in ihrer neuen Kampagne - und unterstreichen die Botschaft, indem sie den Vorstand nackt posieren lassen.

Um Oppositions-Themen wie Transparenzforderungen oder Kritik am "gläsernen Bürger" geht es dabei jedoch nicht. Vielmehr sieht sich die Jugendorganisation Junge Liberale als neue 68er-Generation. Denn die protestierte als "außerparlamentarische Opposition" gegen die als politische Übermacht empfundene Große Koalition und läutete einen Wertewandel in der Gesellschaft ein.

"An ihnen orientieren wir uns, wenn es darum geht, Politik nach unseren Vorstellungen zu gestalten", heißt es in der JuLi-Kampagne "APO 2.0". Auf dem dazugehörigen Foto stellt der Vorstand der FDP-Jugend ein berühmtes Foto der "Kommune 1" nach: Die alternative Lebensgemeinschaft um Rainer Langhans und Uschi Obermaier hatte sich seinerzeit nackt gegen eine Wand gelehnt fotografieren lassen, um gegen die als Doppelmoral empfundene bürgerliche Lebensweise zu protestieren.

Nacktheit als Tabubruch ist keine neue Masche - doch die JuLis, die zuletzt für eine Aufhebung des Schlachtverbotes von Hunden und Katzen eintraten, wollen damit die Aufmerksamkeit auf Kontroversen in der Gegenwartspolitik lenken: Laut dem JuLi-Bundesvorsitzenden Alexander Hahn - übrigens der erste von links auf dem Bild - will die FDP künftig die geplante Vorratsdatenspeicherung, das mögliche Plastiktüten-Verbot und das fehlende Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare anprangern.

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