FDP-Mann Behlen nennt Grüne mehrfach „Ökofaschisten“

Wiesbaden. Ein hessischer FDP-Bundestagskandidat steht wegen mehrfacher Gleichsetzung der Grünen mit Faschisten in der Kritik. Der Landesverband der Grünen sah damit am Montag „die Grenzen der politischen Auseinandersetzung bei weitem überschritten“.

Der FDP-Landesvorsitzende Jörg-Uwe Hahn und Fraktionschef Wolfgang Greilich sagten dem Radiosender hr-iNFO, die Wortwahl des Kandidaten sei nicht der Stil der FDP Hessen. Personelle Konsequenzen werde es aber keine geben.

Der Marburger FDP-Bundestagskandidat Jörg Behlen nennt auf seiner Facebook-Seite die Grünen an mehreren Stellen „Ökofaschisten“. Den Grünen-Vorschlag eines vegetarischen Tages konterte er mit dem Verweis auf kollektives Eintopfessen unter den Nationalsozialisten, „80 Millionen eint das Eintopfessen“ hieß der Slogan 1937. In anderen Einträgen, nicht nur über die Grünen, ist von „Ökofaschistidioten“, von „Drecksnazis der linken Szene“, vom „rot-grün-braunen Mob“ oder der „linken SA“ die Rede.

Auf dpa-Anfrage verteidigte der 45-jährige Landwirt Behlen, der FDP-Vorsitzende im Landkreis Marburg-Biedenkopf ist, seine Wortwahl. Es gebe historische Vorbilder für kollektivistische Vorschriften wie den grünen „Veggie-Day“. „Das sind im Kern faschistische Züge“, sagte Behlen. Im übrigen hätten grüne Parteimitglieder Hahn nach Äußerungen über FDP-Bundesparteichef Philipp Rösler einen Rassisten genannt.

Der hessische Grünen-Vorsitzende Tarek Al-Wazir sagte am Montag in Wiesbaden über Behlen: „Solche perfiden Vergleiche der Politik einer demokratischen Partei wie der Grünen mit den menschenverachtenden Verbrechen des Faschismus und seiner Opfer in Europa verbieten sich für jeden aufrechten Demokraten.“

Im Juni hatte der hessische FDP-Landtagsabgeordnete Alexander Noll den Grünen wegen ihrer Forderung nach einem Tempolimit „Ökofaschismus“ vorgeworfen. Schon damals forderte die Partei eine Entschuldigung, was die FDP ablehnte. (lhe)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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