Gewinner der Landtagswahl

Stefan Birkner, der FDP-Triumphator

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Stefan Birkner

Hannover. Er hat gehofft, gezittert - und gejubelt: Der bisher weithin unbekannte FDP-Spitzenkandidat Stefan Birkner ist der Überraschungssieger der niedersächsischen Landtagswahl.

In der Heimat des umstrittenen FDP-Chefs Philipp Rösler ist den Liberalen am Sonntag ein sensationeller Wahlerfolg gelungen, den auch Umweltminister Birkner so nicht erwartet hatte. Zwischen sechs und acht Prozent - so lautete noch vor einigen Wochen Birkners heftig belächelte Prognose für die Niedersachsen-FDP. Und nun das: Fast 10 Prozent.

Das Resultat ist auch Rückenwind für Rösler. Birkner beeilte sich denn auch, seinem Förderer das Vertrauen auszusprechen. "Selbstverständlich" könne der FDP-Bundeschef im Amt bleiben und nahm damit den Kritikern wie Bundestagsfraktionschef Rainer Brüderle den Wind aus den Segeln. Mit Genugtuung fügt er hinzu: "Wer hätte vor drei oder vier Monaten gedacht, dass die FDP da stehen würde, wo sie jetzt ist."

Mit dem Erfolg krönt der eher stille 39-Jährige seine Politik-Karriere, die seit 2011 Fahrt aufgenommen hat. Seit September 2011 ist der gebürtige Schweizer als Röslers Nachfolger Vorsitzender der Landes-FDP. Seit Januar 2012 gehört Birkner als Umweltminister der schwarz-gelben Landesregierung an. Möglich, dass er sein Minister-Büro auch nach der Wahl behalten kann. Vor dem Ministerposten hatte der zweifache Vater ebenfalls in dem FDP-geführten Ministerium bereits vier Jahre lang als Staatssekretär gearbeitet. Birkner gilt als akribischer Arbeiter und Experte in seinem Ressort.

Als Landeschef war es dem Juristen bisher noch nicht so recht gelungen, aus dem Schatten seines Vorgängers Rösler zu treten. Das könnte sich nach diesem Wahlerfolg schon bald ändern, sagen ihm Parteifreunde voraus. Auch wenn nun vom "Mitleids-Effekt" und CDU-Leihstimmen für die FDP die Rede ist, der Überraschungserfolg ist untrennbar mit dem Namen Birkner verknüpft. Kritiker, die ihm ein viel zu dezentes, zu wenig aggressives oder spektakuläres Auftreten vorwarfen, können einpacken. (dpa)

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