Atomkraftgegner demonstrieren mit Blockade-Aktionen gegen Castor-Transport

Es fehlt der Glaube an die Wende

Aktionen gegen Castor: Zwei Aktivistinnen in Schutzanzügen tragen bei einer Straßenblockade der Bundesstraße 248 in Jameln die Attrappe eines Atommüllfasses über die Straße. Foto: dapd

Lüchow-Dannenberg. Mit verschiedenen Aktionen haben Atomkraftgegner im Wendland gegen den bevorstehenden Castor-Transport protestiert.

Im gesamten Landkreis Lüchow-Dannenberg gab es am Samstag nach Angaben der Polizei mehr als ein Dutzend größtenteils kurzfristige Blockade-Aktionen.

Im Großen und Ganzen sei alles ganz friedlich verlaufen, sagte Polizeisprecher Kai Richter. Allerdings hätten auch einige Traktoren kurzzeitig sichergestellt werden müssen, weil sie trotz mehrfacher Aufforderung die Bundesstraße nicht geräumt hätten. Insgesamt zählte die Polizei gut 350 Demonstranten.

„Unruhetag“

In Lübbow hatte die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) unter dem Motto „Unruhetag“ zu einer ganztägigen Veranstaltung eingeladen. Dort wurde bei Kaffee und Kuchen oder heißer Suppe über die Ankündigung von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) diskutiert, die Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Müll auszuweiten. Niemand glaube hier, dass es eine ehrliche Wende gebe, sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. „Solange es keinen Baustopp in Gorleben und keine Absage des Castors gibt, werde der Protest im November ein nächstes Ausrufezeichen setzen, endlich Gorleben zu streichen und die Atommülldebatte wirklich bei Null zu beginnen.“

Mit den Aktionen am „Unruhetag“ zeigte sich Ehmke zufrieden. Der Verkehr sei an verschiedenen Stellen stundenlang blockiert worden. Zugleich kritisierte er, dass Beamte sich die Nummernschilder notiert und Fahrzeuge stillgelegt hätten. „Wir haben klar vor Augen, dass es ernst wird in zwei Wochen“, so Ehmke.

Die Polizei wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass bei Blockade-Aktionen auch landwirtschaftliche Fahrzeuge nach dem niedersächsischen Gefahrenabwehrgesetz längerfristig sichergestellt werden könnten. Außerdem seien einzelne Strafverfahren wegen Nötigung, Beleidigung und Hausfriedensbruch eingeleitet worden, sagte Richter. Rund 20 Aktivisten hatten die Einfahrt zur Polizeiunterkunft blockiert.

Groß-Demo geplant

Am 24. November soll ein Transport von elf Castorbehältern aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague nach Gorleben starten. Zwei Tage später ist im Wendland eine Großdemonstration geplant. (lni)

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