Feige Einbrecher und schlechte Rechner: Kuriose Kriminalfälle 2013

Frankfurt/Kassel. Manch ein Verbrecher war 2013 nicht in Topform. Der eine gibt in gefälschten Papieren ein unmögliches Geburtsdatum an. Ein anderer traut sich nicht vom Dach - und die Polizei schmunzelt und genießt.

Dümmer als die Polizei erlaubt: Manch ein Ganove hat 2013 kein glückliches Händchen bewiesen. Die einen stellten sich ungeschickt bis dämlich an und gingen mit ihren geplanten Coups baden. Andere Kriminelle kamen auf so gewagte Ideen, dass die Ermittler nur ungläubig mit dem Kopf schütteln konnten.

Einen groben Patzer leistete sich ein Mann bei einer Verkehrskontrolle in Fulda: In seinen Papieren war sein Geburtsdatum mit dem 30. Februar angegeben. Logische Schlussfolgerung: Es handelt sich um falsche Dokumente. Der Mann musste sich am Ende wegen Urkundenfälschung verantworten.

„Ein Blick in den Kalender hätte geholfen“, kommentiert Martin Schäfer vom Polizeipräsidium Osthessen in Fulda. „Steilvorlagen nehmen wir dankend auf. Das ist wie ein Elfmeter - da muss man nur noch verwandeln.“ Bei solchen Fehlern kann sich Schäfer ein Grinsen nicht verkneifen: „Manchmal mangelt es schlicht an der Bildung. Da korrespondiert der Intelligenzquotient nicht mit der selbstgestellten Aufgabe. Oft passieren aber auch Fehler im Eifer des Gefechts.“

In einer Frankfurter Gaststätte ließ sich ein Räuber von einer Putzfrau überlisten. Sie überzeugte den 36-Jährigen davon, dass sie keinen Schlüssel von der Kasse habe. Er solle auf den Chef des Lokals warten. Als der Wirt kam, brachte er auch gleich die Polizei mit, die den unter Drogen stehenden Täter festnahm.

Nicht gerade clever stellten sich vier Sprayer in Frankfurt an: Sie sprühten quasi unter den Augen der Polizei ein Graffiti auf einen Streifenwagen. Die 15- bis 34-Jährigen gingen nämlich direkt vor einer Wache in der Innenstadt ans Werk. Außerdem „verzierten“ sie ein Gerichtsgebäude und eine weitere Hausfassade. Die Polizei schnappte schließlich das Quartett. Im Rucksack der Sprayer fanden sie neben den Sprühdosen auch Beweisfotos auf dem Handy.

Kreativ gingen „Panzerknacker“ im nordhessischen Nieste vor. Um unbeobachtet einen Geldautomaten aufschweißen zu können, tapezierten sie von innen den Automatenraum. Und das derart professionell, dass die erste Kundin am Morgen von Renovierungsarbeiten ausging, ohne Verdacht zu schöpfen. Gute Handwerker waren sie, aber keine guten Geldschrank-Knacker: Sie gaben ihr Vorhaben erfolglos auf.

Mit seinem Latein am Ende war auch ein Einbrecher in Kassel. Der hilflose Mann musste mit einer Feuerwehrleiter vom Dach eines Bürohauses gerettet werden. Sein Komplize wagte den Sprung vom Dach, ihm aber fehlte der Mut. Endstation: Polizeiwache.

Polizeisprecher Ingbert Zacharias (Offenbach) sagt: „Manch ein Krimineller glaubt im Fernsehen zu sehen, wie man dieses und jenes anstellt. Dann stecken sie mittendrin und kommen nicht mehr raus. Der eine stolpert unbedarft irgendwo rein, andere sind einfach blauäugig und blöd. Da kann man sich das Lachen nicht verkneifen.“

Besonderen Ordnungssinn bewiesen Schnapsdiebe in Heusenstamm. Sie waren immer wieder in das Vorratslager einer Kneipe eingedrungen. Die geleerten Flaschen brachten sie bei der nächsten Tat regelmäßig zum Tatort zurück, damit der Gastwirt sie im Container entsorgen konnte. Der allerdings kam den Dieben mit einer Videokamera auf die Schliche.

Buchstäblich fette Beute machten Langfinger in Darmstadt. Einem Döner-Imbiss klauten sie ein 200-Liter-Fass mit Frittierfett. Was der Täter mit der Beute wollte, fragten sich auch Beamte in Griesheim: Der Einbrecher hatte mitten im August Weihnachtsgrußkarten geklaut.

Mit einer vorgetäuschten Herzattacke wollte ein 23 Jahre alter Autodieb seiner Festnahme entgehen. Auf der Autobahn 5 fiel er bei Niederaula in Osthessen einer Zivilstreife auf. Das Auto war erst zwei Stunden zuvor gestohlen worden. Als die Polizisten den Wagen stoppten und den Mann kontrollierten, verlangte er nach einem Rettungswagen. Sie fielen auf den Laien-Darsteller aber nicht herein.

Eine Vorliebe für klassische Verstecke führte einen Darmstädter in die Falle: Der mit Haftbefehlen gesuchte 29-Jährige flüchtete in den Kleiderschrank einer Wohnung als die Polizei anrückte. Die Ermittler fanden den Gesuchten ruckzuck in seinem wenig originellen Versteck.

Von einem vorlauten Graupapagei ließ sich ein Trickbetrüger in Rödermark aus der Wohnung einer alten Dame vertreiben. Als sich der Ganove unter einem Vorwand Zutritt verschaffte hatte, meldete sich Papagei „Bibo“ mit „Hallo, Hallo“-Rufen zu Wort - der Eindringling suchte das Weite. (lhe)

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