"Schlafwandelnd in den Abgrund"

Finanzexperten: Europa kurz vor Katastrophe

Berlin - Eine Gruppe renommierter Wirtschaftsexperten sieht Europa vor dem Abgrund. “Europa steuert schlafwandelnd auf eine Katastrophe von unabsehbaren Ausmaßen zu“, heißt es in einem Gutachten

17 europäische Ökonomen, darunter der Sachverständige Peter Bofinger, verlangen in einem Gutachten, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, von den Regierungen dringend mehr Anstrengungen, um den drohenden Kollaps noch zu vermeiden. Eine langfristige Transferunion lehnen sie dagegen ebenso ab wie Eurobonds.

EFSM, EFSF oder ESM: Das bedeuten die Kürzel der Finanzkrise

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Unter der Überschrift “Aus der Sackgasse - Ein Weg aus der Krise“ verlangen die Experten, die Konstruktionsfehler der Währungsunion zu beseitigen und das System institutionell neu zu gestalten, um das Vertrauen in den Euro zurückzugewinnen. Die Beseitigung der Altlasten - also der Schuldenkrise - müsse noch stärker als bisher von allen Euro-Ländern gemeinsam getragen werden, heißt es in der Studie, die vom US-Institute for New Economic Thinking veröffentlicht wurde. Kurzfristig sei unter anderem die Ausweitung des Garantierahmens für die Schuldenstaaten notwendig, sofern sie die vereinbarten Reformauflagen umsetzten.

Der Weg aus der Krise könne nur gelingen, wenn es ein glaubwürdiges Bekenntnis zum strukturellem Wandel der Eurozone gebe, unterstreichen die Ökonomen. Langfristig seien eine Bankenunion erforderlich, um Staatsfinanzen und Kreditversorgung zu entkoppeln, tiefgreifende Finanzmarktreformen sowie Mechanismen zur Kontrolle der Fiskalpolitik. Unentbehrlich sei aber auch ein geordneter Abwicklungsmechanismus für den Austritt von Staaten, die den Anforderungen des Fiskalvertrages nicht gerecht würden.

Zu den Volkswirten, die das Gutachten vorgelegt haben, gehören auch Lars Feld, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die ehemalige Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro und Dennis Snower, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel.

Moody's senkt Ausblick von Bundesländern und EFSF

Auch von Seiten der Ratingagenturen gibt es keine positiven Aussichten. Moody's hat den Ausblick für die Bonitätsnoten von sechs Bundesländern, unter anderem Bayern und Nordrhein-Westfalen, sowie den Euro-Rettungsschirms EFSF gesenkt.

dpa

Was machen Ratingagenturen eigentlich genau?

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