Neues Gesetz

Fitnessstudio, Handy und Co.: Mit langen Vertragslaufzeiten könnte bald Schluss sein

Vertragsverlängerungen, lange Kündigungsfristen und Laufzeiten beschränken die „Wahlfreiheit“ - so Justizministerin Lambrecht. Damit könnte bald Schluss sein.
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Vertragsverlängerungen, lange Kündigungsfristen und Laufzeiten beschränken die „Wahlfreiheit“ - so Justizministerin Lambrecht. Damit könnte bald Schluss sein.

Handyverträge laufen normal zwei Jahre. Wer nicht fristgerecht kündigt, verlängert seinen Vertrag oft automatisch. Damit könnte bald Schluss sein.

Kassel – Von nun an heißt es Schluss mit langen Vertragslaufzeiten und aufdringlicher Telefonwerbung: Der Bundestag hat am Freitag (25.06.2021) ein Gesetz verabschiedet, dass Verbrauchern nicht nur die Kündigung erleichtern, sondern auch lange Vertragslaufzeiten verhindern soll.

„Lange Vertragslaufzeiten und lange Kündigungsfristen beschränken die Wahlfreiheit der Verbraucherinnen und Verbraucher und hindern sie an einem Wechsel zu attraktiveren und preisgünstigeren Angeboten“, erklärte Justizministerin Christine Lambrecht (SPD). Künftig darf die Vertragslaufzeit von Verträgen, etwa für Mobilfunk oder fürs Fitnessstudio, nur noch für ein Jahr angesetzt werden. Doch es gibt eine Ausnahme.

Schluss mit langen Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen: Diese Änderungen wird es geben

Vertragslaufzeiten von bis zu zwei Jahren sollen künftig nur noch zulässig sein, wenn Verbraucher gleichzeitig ein Angebot über einen Vertrag mit einjähriger Laufzeit bekommen. Dieser darf dann im Monatsdurchschnitt nicht teurer als 25 Prozent sein. Das berichtete das Nachrichtenportal Spiegel.

Auch der Kündigungsprozess von Verträgen soll für Kunden erleichtert werden. Insgesamt wird die Kündigungsfrist auf einen Monat verkürzt. Üblich waren bisher rund drei Monate. Zudem soll es in Zukunft einen „Kündigungsbutton“ geben. Damit sollen Verbraucher ganz bequem im Internet ihre Verträge kündigen können. Das berichtet auch die Deutsche Presse-Augentur. Darüber hinaus hat der Bund beschlossen: Will ein Unternehmen Verträge automatisch um mehr als drei Monate verlängern, muss es selbst auf die Möglichkeit zur Kündigung hinweisen.

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Neues Gesetz berücksichtigt auch aufdringliche Telefonwerbung

Auch hinsichtlich aufdringlicher Telefonwerbung soll es Besserung geben. Werbung am Telefon ist dem neuen Gesetz zufolge nur noch nach Einwilligung der Kunden erlaubt. Diese muss zudem dokumentiert und auf Nachfrage vorgelegt werden können - sonst kann es mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro für das Unternehmen ziemlich teuer werden. (kas/dpa)

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