Standpunkt zu vorgeburtlicher Diagnostik: "Bluttests sind Fluch und Segen"

Ein Bluttest ist eine risikolose Form der Diagnostik. Als alternative Methode zur riskanten Fruchtwasseruntersuchung ist er unter medizinischen Gesichtspunkten ein Fortschritt. Wie darin Fluch und Segen zugleich liegen, das kommentiert HNA-Redakteur Jörg S. Carl in einem Standpunkt.

Jörg S. Carl über Bluttests in der vorgeburtlichen Diagnostik

Die Frage verbietet sich, weil die Würde jedes Menschen unantastbar ist. Sie wird aber unausgesprochen viel zu oft gestellt. Mit verständislosen Blicken, mit ausbleibender Hilfsbereitschaft. Der Bluttest, der eine leicht erhältliche Versicherung für ein unbeschwertes Leben zu sein scheint, wird diese Haltung noch verstärken. Unter ethischen Gesichtspunkten ist er ein Rückschritt. Allerdings hilft die Klärung ethischer Fragen nicht in jedem Fall. Ein Ehepaar in den USA veranlasste Forscher, einen Test zur Erkennung von Erbkrankheiten für junge Erwachsene zu entwickeln, weil es andere Eltern und Kinder vor Belastungen und Leid schützen wollte. Ihre Tochter wird erblinden, die Sprache und jede Beweglichkeit verlieren: Leidensfähigkeit ist nicht unendlich. Darüber urteilen? Nein. Das Leben verlangt mitunter Entscheidungen, die Außenstehende nicht nachempfinden können und folglich nicht werten sollten. Sie fallen allein in die persönliche Verantwortung. So muss es bleiben – und akzeptiert werden, trotz aller Bluttests.

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