Kommentar zu Verhandlungen über Türkei-Grenzen: "Üble Bilder"

Dass Deutschland bei den Verhandlungen mit der Türkei tiefer in die Tasche greifen muss, ist nicht mehr ausgeschlossen, meint unser Korrespondent Detlef Drewes.

Das war zu befürchten. Die von der EU wiederentdeckte Offenheit für die Türkei stößt bei vielen Europäern auf Ablehnung. Nicht nur in Deutschland wird die ins Auge gefasste visafreie Einreise längst kritisch gesehen. Und auch jene drei Milliarden Euro, mit denen Ankara die Flüchtlingshilfe ausweiten sollte, sind nur unter größten Schwierigkeiten zusammenzubekommen.

Dass am Ende Deutschland wieder einmal tiefer in die Tasche greifen muss, scheint nicht mehr ausgeschlossen. Damit stottert der gerade angeworfene Motor der Annäherung erneut - und die EU beraubt sich eines besonders vielversprechenden Instrumentes, um den Zustrom über die Balkanroute wenigstens zu reduzieren.

Es gehört nicht viel Fantasie dazu, um zu ahnen, dass auch nach einem Durchbruch beim EU-Gipfel Ende kommender Woche noch viel Zeit ins Land gehen dürfte, ehe die Maßnahmen der Türkei Wirkung zeigen. Die Hoffnung auf einen schnell wirksamen politischen Schritt, der die Krise sozusagen über Nacht stoppen könnte, ist also wieder einmal dahin. Schlimmer noch: Die so oft beschworene Wertegemeinschaft muss mit den üblen Bildern vom unmenschlichen Umgang mit Flüchtlingen an ihren Außengrenzen leben.

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