Kommentar zum Flüchtlingsgipfel im Kanzleramt: Politik unter Druck

Der Flüchtlingsgipfel im Kanzleramt richtet die Asylpolitik neu aus: Der Bund übernimmt mehr finanzielle Risiken. Über die aktuelle Debatte ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Sicher ist das Argument richtig, die Flüchtlingskrise müsse an ihren Ursachen behoben werden. Damit ist meistens nicht die Öffnung der deutschen Grenzen durch die Kanzlerin gemeint, ihre Selfie-Fotos mit Flüchtlingen oder die Tatsache, dass ein Winter in Deutschland bei freier Versorgung plus Taschengeld nun einmal attraktiver ist, als Arbeitslosigkeit in Albanien.

Wie überall sonst kann es auch mit Zuwanderern zu unangenehmen Erfahrungen kommen. Verallgemeinerungen sind immer falsch. Doch mit der großen Zahl der Menschen steigt auch der Stress. Da türmt sich plötzlich Müll, wo er nicht hingehört, da werden im Laden Verpackungen aufgerissen, wird schwarzgefahren oder über Essen und Unterkunft gemault, als ob daheim alles besser gewesen wäre. Je mehr so etwas geschieht, desto mehr sinkt die Bereitschaft, bei den unterschiedlichen Fluchtmotiven der Zuwanderer genau hinzuschauen, die Umfragewerte der Kanzlerin knicken ein.

Das Gipfeltreffen im Kanzleramt hat gezeigt, dass sich die führenden Politiker in Ländern, Bund und Opposition der krisenhaften Entwicklung bewusst sind. Jetzt kommt alles darauf an, was schneller wirkt: Die Politik in ihrem Bemühen, Zuwanderung im eigenen Land zu kontrollieren und wieder steuerbar zu machen. Oder die anschwellende Sorge vieler Menschen, dass es so wie bisher nicht weiterlaufen kann. 

Unter diesem Artikel werden nur Kommentare freigeschaltet, die sich ausschließlich mit dem im Text behandelten Aspekt des Flüchtlingsthemas auseinandersetzen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.