Umfrage

Flüchtlingskrise: Länder wollen 7800 neue Lehrer einstellen

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Männliche Flüchtlinge in Niedersachsen.

Berlin - Die Bundesländer wollen im kommenden Jahr wegen der Flüchtlingskrise rund 7800 neue Lehrer einstellen.

Dies ergab eine Umfrage der "Bild"-Zeitung (Dienstagsausgabe) bei den jeweiligen Bildungsministerien. Bei den geplanten Neueinstellungen stünden Bayern mit 1700 und Nordrhein-Westfalen mit 1200 neuen Lehrern an der Spitze, berichtete das Blatt. Lehrergewerkschaften kritisierten die Pläne als unzureichend und forderten deutlich mehr Stellen.

Der "Bild"-Umfrage zufolge kommen trotz der neu eingestellten Lehrkräfte durchschnittlich 37,5 Kinder auf einen Pädagogen. Dabei geht der Bericht von 300.000 Flüchtlingskindern aus, die 2016 zusätzlich an die Schulen kämen. Die geplanten Neueinstellungen seien "viel zu wenig", sagte Lehrergewerkschafter Heinz-Peter Meidinger der "Bild". Er forderte mindestens 20.000 zusätzliche Stellen. Ansonsten drohten "massive Qualitätsverluste im Unterricht, Stundenausfall und größere Klassen".

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Josef Kraus, ging noch weiter. Er sagte "über kurz oder lang" 400.000 bis 500.000 schulpflichtige Flüchtlingskinder in Deutschland voraus, für welche bis zu 50.000 neue Lehrer benötigt würden. Daraus ergäben sich jährliche Zusatzkosten von 2,5 Milliarden Euro, sagte Kraus der "Passauer Neuen Presse" (Mittwochsausgabe).

Die Lehrergewerkschaft GEW sprach in diesem Zusammenhang von einer "Nagelprobe", die den Schulen mit Beginn des zweiten Halbjahres ab dem 1. Februar bevorstehe. Viele Schulen hätten schon jetzt keine Räume für zusätzliche Klassen mehr übrig, obwohl ein Großteil der Flüchtlingskinder nicht einmal eingetroffen sei, sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Tepe forderte so bald wie mögliche eine "zweite Einstellungswelle" von Lehrern, da die Personallücken stetig größer würden.

AFP

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