„Mangelnde Praxis mit Sorge zu betrachten“

Nach Corona-Pause: Allianz warnt vor neuen Flug-Risiken

Experten der Allianz warnen vor verschiedenen Risiken beim Flug. Ausschlaggebend dafür sei die Corona-Zwangspause.
+
Experten der Allianz warnen vor verschiedenen Risiken beim Flug. Ausschlaggebend dafür sei die Corona-Zwangspause.

Während sich der Flugverkehr nach der Corona-Zwangspause wieder normalisiert, warnen Experten der Allianz vor möglichen Risiken.

Kassel – Nach der über einjährigen Corona*-Zwangspause stellt sich für viele Piloten und Pilotinnen allmählich wieder der Alltag ein. Während viele Menschen sich darüber freuen, wieder den Urlaub fliegen zu können, normalisiert dementsprechend auch wieder der Luftverkehr. Doch genau das macht der Allianz nun Sorgen.

Der größte deutsche Versicherer warnte am Dienstag (06.07.2021) vor möglichen Flug-Risiken, die mit den langen Flugpausen in Verbindung stehen könnten. Problematisch seien auch wütende Flugpassagiere.

Risiken beim Flug: Sorge der Allianz gilt nicht den großen Fluggesellschaften

Wie die Experten in einer am Dienstag veröffentlichten Einschätzung erläutern, sollen außer Übung geratene Piloten und Pilotinnen sowie mögliche Schäden an den Flugzeugen eine Rolle spielen. So seien beispielsweise Nester in den Triebwerken denkbar. Außerdem seien tobende Maskenverweigerer ein Problem beim Flug – entsprechende Fälle seien insbesondere in den USA gemeldet worden.

Die Sorgen der Allianz-Experten beziehen sich nicht auf große Fluggesellschaften, sondern auf die in der Luftfahrbranche als „General Aviation“ bezeichnete Fliegerei mit kleineren Maschinen. Miteinbegriffen sind dabei Geschäfts- und Touristenrundflüge sowie Einsätze von Rettungshubschraubern.

Insbesondere die Sorge vor „rusty pilots“, also eingerosteten Piloten und Pilotinnen, mache die Runde: „Wenn Leute ihren Beruf anderthalb Jahre teilweise wenig oder gar nicht ausüben können, ist natürlich die mangelnde Praxis mit Sorge zu betrachten“, sagte dazu Till Kürschner, Schadenmanager der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS).

Einschätzung der Allianz: Einige Passagiere ignorieren Maskenpflicht während Flug

Doch auch monatelang kaum oder gar nicht geflogene Flugzeuge und Hubschrauber könnten laut der Allianz zum Sicherheitsrisiko werden. Demnach sollen sich in den USA vereinzelt Insekten in geparkten Maschinen angesiedelt haben. Was die kommerzielle Luftfahrt betrifft, könnten nach Einschätzung der Allianz-Fachleute rasende Passagiere eher ein Risiko darstellen als Flugzeuge oder die Personen hinter dem Steuer – auch hier mit Schwerpunkt in den USA.

Dem Bericht der Allianz zufolge, hat die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA seit Jahresanfang rund 3100 Fälle von „Air Rage“ gezählt, zu Deutsch „Luftwut“. Gemeint sind damit Passagiere, die Kabinenpersonal und andere Passagiere angreifen, bedrohen oder beleidigen. In 2350 dieser Fälle handelte es sich um Maskenverweigerer, die sich beim Flug nicht an die Corona-Vorschriften halten wollten. Bezüglich Flugreisen empfehlen Experten übrigens, zusätzlich zum digitalen Corona-Impfpass, auch den gelben Papierimpfpass mit auf Reisen zu nehmen.

„Offensichtlich tun sich die Amerikaner schwerer als andere Landsleute, zu akzeptieren, dass es eine Maskenpflicht gibt“, so AGCS-Manager Axel von Frowein, der das Luftfahrtgeschäft des Versicherers in Mittel- und Osteuropa leitet. Bislang gebe es im Zusammenhang mit der Pandemie jedoch keine großen Schadenfälle bei der AGCS. (Nail Akkoyun) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.