Dutzende Einsätze jede Woche

Flughafen-Feuerwehr: Wenn jede Sekunde zählt

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Eine Boeing 747 der Lufthansa kreuzt den Weg des Löschfahrzeuges der Flughafenfeuerwehr: Die rund 350 Mitarbeiter der Flughafenfeuerwehr sind auf vier Feuerwachen des knapp 24 Quadratkilometer grossen Flughafengeländes verteilt und rund um die Uhr in Einsatzbereitschaft.

Frankfurt. Zwar bekommt auch der Caldener Flughafen eine Feuerwehr - doch in Frankfurt ist alles größer, der Airport hat die Größe einer Stadt. Das stellt seine Feuerwehr vor vielfältige Herausforderungen. Innerhalb kurzer Zeit steht sie für den Ernstfall bereit - von den Passagieren meist unbemerkt.

Im Ernstfall ist es für die Retter ein Wettlauf gegen die Zeit. In weniger als drei Minuten muss die Flughafenfeuerwehr in Frankfurt jeden Punkt des riesigen Start- und Landebahnsystems erreicht haben - mit schwerem Gerät und mehr als 32.000 Litern Löschwasser.

Auf den vier Wachen ist alles auf Zeitersparnis getrimmt. Wie auf der Feuerwache 1: Viele der Gänge in dem Containergebäude führen direkt in die Garage zu den Fahrzeugen. Neben den Feuerwehrautos hängt die Schutzuniform am Kleiderständer. Die Hose steckt bereits in den schweren Stiefeln - so können die Feuerwehrleute im Ernstfall mit nur einem Handgriff Stiefel und Hose anziehen. Ein zweiter Handgriff - und Jacke und Schutzhelm sitzen. Eingepackt in die ockerfarbene Uniform eilen die Männer und Frauen zum Fahrzeug. Ein Knopfdruck an der Fahrertür genügt: Die Tür schiebt sich auf, der Motor startet, und das Blaulicht geht an. Das Garagentor öffnet sich, der Löschzug kann ausrücken.

Sicherheitslandungen gibt es jede Woche

Die Flughafenfeuerwehr wird innerhalb von 24 Stunden zu 15 bis 20 Einsätzen gerufen. Häufig sind das kleinere Einsätze wie ein Wasserrohrbruch oder Fehler im Umgang mit Gefahrgütern. Dennoch kommt es auch vor, dass die Flughafenfeuerwehr mit dem ganz schweren Gerät ausrückt. „Der Pilot muss uns bei der kleinsten Unregelmäßigkeit informieren“, berichtet Lachmann. In einem solchen Fall setzt die Maschine zu einer sogenannten Sicherheitslandung an. Die Feuerwehr positioniert ihre Löschfahrzeuge vorab nahe der Landebahn - um im Ernstfall sofort zur Stelle zu sein.

Pro Woche rückt die Feuerwehr zu zwei bis drei solcher sogenannten Stand-By-Einsätze aus, schätzt Lachmann. „Geht alles gut, bekommt der Passagier nichts von unserem Einsatz mit“, sagt er. Dann ziehen sich die Feuerwehrleute mit ihren tonnenschweren Löschfahrzeugen wieder zurück auf die Wache - und sind froh, nicht wirklich gefordert gewesen zu sein. (lhe)

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