Anti-Terror-Ermittlungen laufen

Das ist bislang bekannt über den Angriff am Flughafen Orly

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Die Spezialeinheit der französischen Bundespolizei RAID ist vor Ort.

Paris - Nach dem Angriff auf eine Soldatin auf dem Flughafen Orly bei Paris suchen die Ermittler weiter nach den Hintergründen der Tat. Es gibt Anhaltspunkte für einen islamistischen Anschlag.

Die französischen Ermittlungsbehörden nehmen nach dem Angriff auf Soldaten am Flughafen Orly das Umfeld des Täters ins Visier. Zu klären ist, ob der 39 Jahre alte vorbestrafte Mann am Samstag als Einzeltäter unterwegs war, oder ob er als Teil eines Terror-Netzes handelte. Auch seine Motive sind noch nicht im Detail bekannt. Er hatte nach Angaben der attackierten Soldaten gerufen: „Ich bin da, um für Allah zu sterben“ und auch angekündigt, dass es Tote geben werde.

Nach Angriff auf Soldaten: Mann am Pariser Airport getötet

Einsatzkräfte am Flughafen Orly in Paris. Foto: Thibault Camus
Einsatzkräfte am Flughafen Orly in Paris. Foto: Thibault Camus © Thibault Camus
Spezialkräfte der französischen Polizei betreten mit der Waffe im Anschlag ein Terminal des Flughafens. Foto: Kamil Zihnioglu
Spezialkräfte der französischen Polizei betreten mit der Waffe im Anschlag ein Terminal des Flughafens. Foto: Kamil Zihnioglu © Kamil Zihnioglu
Reisende laufen mit Gepäck über die Autobahn zum Pariser Flughafen Orly. Nach dem Zwischenfall wurde der Luftverkehr an dem Airport komplett gestoppt. Foto: Thibault Camus
Reisende laufen mit Gepäck über die Autobahn zum Pariser Flughafen Orly. Nach dem Zwischenfall wurde der Luftverkehr an dem Airport komplett gestoppt. Foto: Thibault Camus © Thibault Camus
Außenaufnahme des Flughafens Orly bei Paris. Foto: Yoan Valat/Archiv
Außenaufnahme des Flughafens Orly bei Paris. Foto: Yoan Valat/Archiv © Yoan Valat
Der Verkehr wurde nach dem Zwischenfall an beiden Terminals eingestellt, teilte der Flughafenbetreiber auf Twitter mit. Foto: Thibault Camus
Der Verkehr wurde nach dem Zwischenfall an beiden Terminals eingestellt, teilte der Flughafenbetreiber auf Twitter mit. Foto: Thibault Camus © Thibault Camus

Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins hatte bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Samstagabend in Paris gesagt, der Angreifer Ziyed Ben Belgacem habe Soldaten angegriffen, die im Anti-Terroreinsatz gewesen seien. Außerdem habe es schon bei einem früheren Gefängnisaufenthalt Hinweise auf eine Radikalisierung gegeben. „Er ist äußerst gewalttätig“, ergänzte der Staatsanwalt. Ermittelt wird unter anderem wegen Mordversuchs in Verbindung mit einem terroristischen Vorhaben. Der Mann hatte auf dem Flughafen auch einen Kraftstoffbehälter dabei, berichtete Molins.

Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian berichtete, der Mann habe gegen 8.30 Uhr eine Soldatin zu Boden geworfen und versucht, ihr das Sturmgewehr wegzunehmen. Die Frau sei Reservistin und Teil einer Patrouille von drei Soldaten am Flughafen gewesen. Laut Molins bedrohte der Mann die Soldatin mit einem Revolver. Es habe einen Kampf um das Gewehr der Frau gegeben. Der dritte Schuss auf den Angreifer sei tödlich gewesen. Sonst wurde keiner verletzt.

Nach der Attacke nahmen Ermittler drei Verwandte des Angreifers in Gewahrsam, den Vater, den Bruder und einen Cousin. Dieser habe ein langes Vorstrafenregister gehabt. Eine Durchsuchung im Rahmen des terrorbedingten Ausnahmezustandes habe aber nichts ergeben, berichtete Molins.

Vor der Attacke im Terminal Süd des Flughafens südlich von Paris hatte der Mann bereits bei einer Polizeikontrolle in einem Vorort der Hauptstadt das Feuer eröffnet und einen Polizisten verletzt.

Frankreich war in den vergangenen Jahren Schauplatz einer beispiellosen Terrorserie, die mehr als 230 Menschenleben kostete. Erst vor einigen Wochen war nahe dem Pariser Louvre-Museum ein Mann niedergeschossen worden, der sich mit zwei Macheten auf eine Militärpatrouille gestürzt hatte. Wegen der Terrorgefahr patrouillieren Soldaten an Flughäfen, Bahnhöfen und anderen gefährdeten Orten.

Alle aktuellen Entwicklungen zu den Vorfällen in Frankreich können Sie in unserem News-Ticker verfolgen.

dpa

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