Das Gros der Gelder aus Brüssel geht in die Landwirtschaft - Hessen hofft, auch in nächster Förderperiode bedacht zu werden

EU fördert Projekte mit 300 Millionen Euro im Jahr

Wiesbaden. Die EU-Bürokratie, aber auch die Euro-Krise lassen schnell vergessen, dass Hessen auch von der EU profitiert. Das jedenfalls fürchtet Europaminister Jörg-Uwe Hahn (FDP). Dabei, so Hahn, flössen in der Förderperiode 2007 bis 2013 insgesamt rund 2,055 Milliarden Euro nach Hessen, also knapp 300 Millionen pro Jahr.

Das Gros geht in die Landwirtschaft, denn allein die von der EU finanzierten Direktzahlungen an die Bauern machen laut Landwirtschaftsministerin Lucia Puttrich (CDU) 1,6 Milliarden Euro aus. Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) stehen in der Förderperiode 187 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds zur Verfügung, vor allem für beschäftigungspolitische Maßnahmen.

263 Millionen Euro fließen schließlich in die Regionalentwicklung, über 500 Projekte hat das Haus von Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) betreut. Das Haus des Gastes in Willingen profitierte davon ebenso wie die Erlebniswelt „wortreich“ in Bad Hersfeld, das Anwendungszentrum Metallformgebung der Uni Kassel in Baunatal und das Eco-Camping-Management des Landesverbandes der Campingunternehmer in Knüllwald.

Die Landesregierung geht davon aus, dass Hessen auch ab 2014 von EU-Mitteln profitiert, obwohl das Land zu den eher wohlhabenden Regionen zählt. Gestrichen habe man trotz oft erforderlicher Co-Finanzierung nichts, versichern die Minister. Jeder Euro aus Europa, so Posch, setze bei der Projektförderung drei bis vier weitere Euro in Bewegung. Was Hessen zur Finanzierung der EU beiträgt, konnte Hahn nicht beziffern: „Das sind Bundesmittel, eine Gegenrechnung gibt es nicht.“

Von Petra Wettlaufer-Pohl

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