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Forsa-Chef Güllner: Umfragen sind nie exakt

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Von: Chantal Müller

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Manfred Güllner
Manfred Güllner

Kaum jemand hat mit dem Wahlsieg von Donald Trump gerechnet - die Meinungsforscher lagen falsch. Manfred Güllner, Chef des Forsa-Instituts, erklärt, warum die Forscher so daneben lagen.

„Umfragen sind Umfragen“, sagt Güllner. Sie seien kein Volksentscheid wie bei einer Wahl. „Umfragen sind fehlerbehaftet“, unterlägen statistischen Schwankungen und könnten nie ein exaktes Ergebnis wiedergeben. „Man darf von Umfragen nicht zu viel erwarten.“

Von 67 Erhebungen hatten nur vier den Republikaner vorn gesehen. Der nach seinem Wahlsieg geäußerte Grund für fehlerhafte Umfragen: Bestimmte Wähler bekannten sich nicht dazu, Trump zu wählen. Diese Menschen ließen sich nicht befragen, sagt Güllner. „Zum Teil sind sie auch nicht auf einem intellektuell hohen Niveau. Wir wissen, dass es solche Gruppen gibt. Die kriegen wir nicht dazu, uns Auskunft zu geben.“

Zudem bewege der Hass auf bestimmte Institutionen Menschen dazu, ihre Meinung nicht preiszugeben. „Wir werden mit Politik, mit den Medien in einen Topf geworfen.“ Meinungsforscher gälten dann als diejenigen, die Zahlen manipulieren. Ein Vorwurf, der den Forschern auch in Deutschland aus dem rechtsradikalen Bereich gemacht wird: „Die denken, wir würden für Merkel schöne Zahlen produzieren und für die AfD zu schlechte.“

Die Berichterstattung der Journalisten spielt dabei ebenfalls eine Rolle. Medien müssten sorgfältiger mit Zahlen umgehen, findet Güllner. „Ich denke, es ist wichtig, dass man genau hinschaut.“

Zur Person: 

Manfred Güllner (74) in Remscheid geboren und in Bad Arolsen aufgewachsen, gründete 1984 die Forsa-Gesellschaft. Der Soziologe lebt mit seiner Familie in Berlin.

Alles Aktuelle zur US-Wahl finden Sie hier in unserem Live-Ticker sowie hier an dieser Stelle in unserem Dossier.

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