Sensationeller Fund am Stadtrand von Braunschweig: 175 Millionen Jahres altes versteinertes Skelett

Forscher finden Fischsaurier

Feinarbeit: Wissenschaftler legen auf einem Acker am Stadtrand von Braunschweig das fast vollständig erhaltene versteinerte Skelett eines vier Meter langen Fischsauriers frei. Foto: dpa

Braunschweig. Forschern des Staatlichen Naturhistorischen Museums Braunschweig ist ein Volltreffer gelungen: Sie haben das fast vollständig erhaltene Skelett eines Fischsauriers entdeckt.

„Das ist eine große Sensation“, sagte Prof. Ulrich Joger, Direktor des Naturhistorischen Museums, am Montag. Entdeckt wurde der etwa vier Meter lange und vermutlich 175 Millionen Jahre alte Ichthyosaurier auf einem Gelände am nordöstlichen Stadtrand von Braunschweig. „Das ist das fünfte Exemplar eines Fischsauriers, das in den vergangenen 100 Jahren in Norddeutschland gefunden wurde“, verdeutlicht Joger die Bedeutung des Fundes.

Die Forscher waren selbst total überrascht: Ein Bagger sollte am Freitag zunächst das Gelände vorbereiten, auf dem die Wissenschaftler gemeinsam mit dem Förderkreis Umwelt- und Naturschutz ein auf fünf Jahre angelegtes Grabungsprojekt vorhaben. Kaum hatten die Baggerarbeiten begonnen, zeigten Verfärbungen und Knochenfragmente nur 50 Zentimeter unter der Erdkrume den Fund an.

„Der Bagger wurde sofort gestoppt“, berichtete Joger. Eigentlich hatten die Wissenschaftler erst in einigen Metern Tiefe mit interessanten Funden gerechnet. „Vielleicht ist das Skelett noch jünger, dann wäre es eine noch größere Sensation“, wagt Joger einen ersten Erklärungsversuch für einen Fund so dicht an der Erdoberfläche. Noch eine Woche soll es etwa dauern, bis das versteinerte Skelett geborgen ist und dann im Museum genau untersucht wird. Bis ein genaues Ergebnis vorliegt, werden Monate vergehen.

Die Fundstelle bei Braunschweig ist laut Joger seit langem für Paläontologen eine der interessantesten Ausgrabungsorte in Norddeutschland. In dem Ölschiefer bleiben Tiere und Pflanzen aus der Urzeit ungewöhnlich gut erhalten. „Wir hoffen, noch andere Saurier, die im Wasser lebten, und auch Krokodile zu finden“, sagte Joger. Die Braunschweiger Forscher sind weltweit immer wieder an Ausgrabungen von Dinosauriern beteiligt. Um die Fossilien vor Räubern zu schützen, soll der genaue Fundort geheim und rund um die Uhr bewacht werden. (lni)

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