Lämpchen aus dem Harz ist vermutlich das älteste Fundstück seiner Art

Forscher finden Grubenlicht

Aus dem Mittelalter: Das Grubenlicht hat einen teilweise abgebrochenen Rand und ein Griffloch (links). Foto: dpa

Goslar. Archäologen sind am früheren Bergwerk Rammelsberg in Goslar auf ein bisher beispielloses Grubenlicht mittelalterlicher Bergleute gestoßen. Das aus grobem Ton gefertigte Lämpchen stamme aus der Zeit vor 1200, sagte Lothar Klappauf vom niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege am Montag.

Die ältesten bislang in Deutschland gefundenen Grubenlichter wurden nach einem Bericht der „Goslarschen Zeitung“ im Erzgebirge entdeckt. Sie stammen aus dem 13. oder 14. Jahrhundert. Am Rammelsberg graben sich Archäologen seit 2009 durch eine einzigartige Müllkippe, auf der Bergleute jahrhundertelang defekte Utensilien entsorgt haben.

Das Uralt-Grubenlicht soll jetzt von Experten der Universität Hannover untersucht werden, um die Altersbestimmung zu präzisieren. „Wir hoffen außerdem, dass sich im porösen Ton noch Reste von Brennstoff wie Talg oder Bienenwachs befinden“, sagte Klappauf, der die Arbeitsstelle Montanarchäologie des Landesamtes für Denkmalpflege leitet.

Die historische Müllhalde am Rammelsberg erweise sich immer mehr als eine „wahre Fundgrube“. Im Sommer waren die Wissenschaftler bereits auf die Reste von zwei rund 800 Jahre alten Bergmannsstiefeln aus Leder und eine mittelalterliche Arbeitsbühne aus Holz gestoßen.

Außerdem wurden Stiele von Werkzeugen, Keile, Stoffreste, Lederriemen und Seilstücke entdeckt. Bei allen Funden handele es sich offensichtlich um Gegenstände, die nicht mehr brauchbar waren und von den Bergleuten deshalb in eine Grube geworfen wurden, die beim Tagebau entstanden war.

Weitere Funde erwartet

Bei ihren Grabungen sind die Wissenschaftler bis jetzt in eine Schicht aus dem 13. Jahrhundert vorgedrungen. Die Müllkippe ist vermutlich jedoch sehr viel älter, so dass in den kommenden Jahren weitere spektakuläre Funde zur Bergbaugeschichte des Harzes zu erwarten seien.

Forscher gehen derzeit davon aus, dass dort bereits vor 3000 Jahren nach Erz gegraben wurde. (lni)

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