Bundesweit einzigartige Zusammenarbeit: Neues Herzforschungszentrum in Göttingen

Forschung für das Herz

Strahlender Anfang: Die neue Wissenschaftsministerin Johanna Wanka und der Chef der Göttinger Uni-Medizin, Prof. Dr. Cornelius Frömmel. Beide sind gebürtige Sachsen. Foto:  Rink/pid

Göttingen. Mehrere Göttinger Wissenschaftseinrichtungen haben gestern das Herzforschungszentrum „Heart Research Center Göttingen“ (HRCG) gegründet. Die neue Einrichtung verfolgt das Ziel, klinische Forschung und Grundlagenforschung stärker zu vernetzen und neue Diagnose- und Behandlungsverfahren für Herzpatienten zu entwickeln.

Beteiligt sind das Herzzentrum der Göttinger Universitätsmedizin, die drei Göttinger Max-Planck-Institute für experimentelle Medizin, für biophysikalische Chemie sowie für Dynamik und Selbstorganisation und das Deutsche Primatenzentrum (DPZ). Der Forschungsverbund sei ein kluger strategischer Schritt und einmalig in Deutschland, sagte Niedersachsens neue Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) zur Eröffnung der neuen Einrichtung.

Erfreut über Geste

Für die frisch gekürte Ministerin war es der erste Besuch einer Forschungseinrichtung in Niedersachsen in ihrem neuen Amt. Der Vorstandssprecher der Göttinger Universitätsmedizin, Professor Cornelius Frömmel, zeigte sich über diese Geste hoch erfreut – auch deshalb, weil er eine Kollegin (Wanka ist ebenfalls Professorin) und Landsmännin begrüßen konnte: „Wir sind beide gebürtige Sachsen.“

Mit dem neuen Zentrum habe der Wissenschaftsstandort Göttingen eine weitere herausragende Einrichtung für die international ausgerichtete Spitzenforschung gewonnen, sagte Ministerin Wanka. Die bundesweit einzigartige Kooperation von Grundlagen- und klinischen Forschern sei gleichzeitig ein wichtiger Meilenstein für die neue Runde der Exzellenzinitiative.

Die Wissenschaftler wollen vor allem die Herzmuskelschwäche erforschen. An ihr leiden weit über zwei Millionen Menschen in Deutschland. Damit gehört die Herzinsuffizienz zu den häufigsten Erkrankungen. Bei der Erforschung dieser Krankheit hilft den Wissenschaftlern auch die neue STED-Mikroskopie, die Professor Stefan Hell am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie entwickelt hat. Damit können sie das Zusammenspiel von Kanälen und Molekülen im Herzmuskel analysieren. Weitere Forschungsschwerpunkte sind die Herzregeneration durch Stammzellen, die Katheter-basierte Behandlung von Herzklappenerkrankungen und die Behandlung von Herz-Rhythmusstörungen.

Fragen aus der Praxis

An dem neuen Forschungsverbund sind neben Medizinern und Biologen unter anderem Physiker und Mathematiker beteiligt. Das Zentrum sei offen für weitere Partner, etwa aus der Industrie, sagte der Vorsitzende des neuen Verbunds, Professor Gerd Hasenfuß. Dreh- und Angelpunkt seien die Herzerkrankungen der Patienten: „Unsere Fragen kommen aus der Klinik, die Antworten suchen wir im Labor, und die Ergebnisse kommen dann wieder den Patienten zugute.“

Von Heidi Niemann

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