Stark auf zentralen Positionen

Halbzeit: Eine Einzelkritik des Merkel-Teams

Peter Altmaier
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Peter Altmaier (57, CDU), Torwart. Am Hüter des Kanzleramts geht so schnell kein Ball vorbei, die Körperfülle verstopft den Kasten. Arbeitet hart im Kraftraum, sollte aber Ernährung umstellen. Musste meist Fehler anderer, vom Sturmlauf der Flüchtlingsteams Überraschter ausputzen. Lässt kein Mikro aus, um Taktik zu erklären.
Alexander Dobrindt
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Alexander Dobrindt (45, CSU), rechter Flügel. Spielt selten mannschaftsdienlich, fühlt sich immer noch zu stark mit seinem Heimatverein verbunden. Verrennt sich als Verkehrszuständiger in sinnlosen Zweikämpfen wie den um die Maut. Fällt auch in der Europa-League vor allem mit Eigentoren, Foulspiel und schlechten Abgaswerten auf. Trägt aber die teuersten Trikots und buntesten Schuhe.
Angela Merkel
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Angela Merkel (61), Mittelfeld. Die Kapitänin hat es anfangs laufen lassen, dachte, dass ein Unentschieden, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, doch auch ein schönes Ergebnis sei. War dann aber hellwach. Griechenland, Ukraine, Flüchtlingskrise. Echte Spielmacherin, die die anderen immer wieder anspornte: „Wir schaffen das.“ Vernachlässigt allerdings die rechte Seite.
Frank-Walter Steinmeier
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Frank-Walter Steinmeier (59, SPD), Mittelfeld. Zeigt unglaubliches Laufpensum, ob bei Auswärtsspielen in Kiew, Genf oder Wien. Fürs Internationale verantwortlich praktisch überall zu finden und suchte ständig nach Lösungen. Nicht immer mit Erfolg. Schuf so aber Räume, in die andere vorstoßen konnten. Besonnen und mannschaftsdienlich agiert. Hat auch das Zeug zum Kapitän.
Wolfgang Schäuble
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Wolfgang Schäuble (73, CDU), Mittelfeld. Dass die Null so lange stand, war auch dem Finanzexperten zu verdanken. Geniale Doppelpässe mit Angela Merkel im Griechenland-Spiel. Während Merkel die ordnende Kraft ist und Steinmeier der Arbeiter, ist er der strategische Kopf im Zentrum. Zusammen bilden die Drei das beste Mittelfeld Europas. Könnte auch Spielführer sein.
Thomas de Maizière
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Thomas de Maizière (61, CDU), Innenverteidiger. Erste Halbzeit komplett am Innenressort vorbeigelaufen, der Chef schien teilweise gar nicht auf dem Platz. Wenig vorausschauend, etwa beim Flüchtlingsstrom, reagiert langsam. Gehört in dieser Verfassung nicht in den Kader.
Ursula von der Leyen
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Ursula von der Leyen (57), Rechtsverteidigerin. Hatte schlechten Start, schob es auf Probleme mit der Ausrüstung. Für die Truppe zuständig, spielt sie zu eigensinnig. Keine Impulse nach vorn, seltene Ausflüge an der Außenlinie enden meist ohne Ideen. Dann muss Steinmeier absichern.
Heiko Maas
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Heiko Maas (49), Linksverteidiger. Prima Abwehrarbeit gegen Angriffe von Rechts. Nach vorne unerwartet gute Vorlagen auf Justiz-Spielfeld. Galt er doch in der zweiten Liga als Leichtgewicht. Ab und an fehlt ihm die Präzision. Cooler Mietpreisbremsen-Trick, der aber auf dem Platz kaum effektiv war.
Barbara Hendricks
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Barbara Hendricks (63, SPD), Sturm. Schien lange froh, dem Kader überhaupt anzugehören. Von Merkel, Steinmeier oder Schäuble in Sachen Umwelt selten angespielt, von Gabriel ignoriert. Beim Klima-Match in Paris eingewechselt, nutzte sie aber ihre Chance.

Heute vor zwei Jahren, am 17. Dezember 2013, wurde das Kabinett der großen Koalition vereidigt. Ein Team war Schwarz-Rot nicht immer, aber international spielt man gut mit. Hier unsere trotz ernster Themen nicht ganz bierernste Spielerbewertung zur Halbzeit. (bms)

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