Welche Politiker haben sich den Sommerurlaub verdient?

Volker Bouffier
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Volker Bouffier (CDU), Ministerpräsident, (63): Der Ministerpräsident hat sich den Urlaub verdient. Nicht nur, weil er sich trotz Zahnschmerzen durch die letzte Woche in Wiesbaden kämpfte. Bouffier pendelt zwischen Rolle als Landesvater und Bundesratspräsident, muss die Partei zusammen halten und intern einige Feuer (lautstark) löschen, zum Beispiel als die Landtagsabgeordnete Bettina Wiesmann (CDU) den Elternwunsch in der Schule abschaffen wollte – nicht der einzige interne Knall. Bouffi hat gut zu tun, sich wegen der Untersuchungsausschüsse (Biblis und NSU) zu rechtfertigen. Urlaub abgesegnet.
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Tarek Al-Wazir (Grüne), Wirtschafts- und Verkehrsminister, (44): Der Wirtschafts- und Verkehrsminister hat es nicht leicht. Den neuen Frankfurter Terminal konnte er nicht verhindern, er ist als Verkehrsminister mit Helm viel auf Baustellen unterwegs und verteidigt die umstrittene Stromtrasse Suedlink. Gilt intern als extrem fleißig, nach außen hin bisweilen als dünnhäutig. Trotzdem. Darf in den Kurzurlaub.
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Lucia Puttrich (CDU), Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, (54): Lucia wer? Die Ministerin für Bundes und Europaangelegenheiten besticht durch ihre Unauffälligkeit. Hielt eine Regierungserklärung, die niemanden interessierte – selbst ihre eigene Partei nicht. Vielleicht auch sie nicht. Urlaub gecancelt.
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Ralf-Alexander Lorz (CDU), Kultusminister, (49): Was wäre es als Kultusminister schön gewesen, wenn der Bildungsgipfel nicht wäre. Der ging mächtig in die Hose, trotz monatelanger Beratungen. Der Jurist gilt als einer der klügsten Köpfe seiner Partei, spricht gerne über Curriculum, Curricula, was in Verwirrung beim Zuhörer gipfelt. Darf trotzdem in den Urlaub, aber nur in die Berge – zum Gipfeltraining.
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Boris Rhein (CDU), Wissenschaftsminister, (43): Auch für ihn gilt, arbeitet transparent. So transparent, dass ihn niemand wahrnimmt. Obwohl: Der Wissenschaftsminister hat mehr Geld für die Festspiele in Bad Hersfeld lockergemacht und sich in einen Schloss-Café-Streit in Kassel eingemischt und vermittelt. Für mehr als eine Kaffee-Pause reicht das aber nicht – Urlaub abgelehnt.
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Thomas Schäfer (CDU), Finanzminister, (49): Kommunaler Finanzausgleich: Diesen Namen müsste sich der Finanzminister eigentlich auf den Unterarm tätowieren lassen. Reiste zur Aufklärung darüber unermüdlich durchs Land. Zufrieden ist trotzdem kaum einer mit der Geldverteilermaschine. Vorbildlich: Ließ im Ministerium einen Sommerhit „Bye Bye Co2“ preiswert komponieren, um für weniger Co2-Ausstoß zu werben. Macht auch sonst eine gute Figur – vor allem auf den Karikaturen, die für den KFA werben, und die seinen Bauch schmaler erscheinen lassen. Nimmt es mit der Gleichberechtigung sehr genau und spricht von „Gemeinden und Gemeindinnen.“ Urlaubsmotto: KFA statt FKK. Ab an den Strand.
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Peter Beuth, Innenminister, (47): Der Innenminister ist medial äußerst präsent – das liegt vor allem an den Salafisten und den Krawallen rund um die EZB-Eröffnung in Frankfurt. Rückt wegen der brenzligen Themen gegenüber Journalisten aber auch nie so richtig raus mit der Sprache. Seinen Untergebenen, den Polizisten in Hessen, muss er die bittere Pille der Null-Lohnrunde verkaufen. Muss deshalb auch etwas verzichten: Urlaub am Goldstrand in Bulgarien.
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Eva Kühne-Hörmann (CDU), Justizministerin, (53): Bringt viele Ideen und Initiativen auf den Weg: Härtere Strafen für deutsche IS-Kämpfer aus Syrien, Kampf gegen Kinderpornografie und Internetkriminalität. Die Juristin aus Kassel fühlt sich als Justizministerin richtig aufgehoben. Fährt gerne Boot. – dieses Jahr noch Yachturlaub auf der Fulda, bald vielleicht mal an der Spree?
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Axel Wintermeyer (CDU), Chef der Staatskanzlei, (55): Böse Zungen sprechen von Frühstücksdirektoren-Amt. Urlaub abgelehnt.

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