Welche Sendungen ankommen, wer wo streikt

Fragen und Antworten: Auch in Kassel und Göttingen streikt die Post

Seit Montagnachmittag sind Beschäftigte in den Briefverteilzentren der Deutschen Post im Ausstand. Später sollen auch Briefträger und Paketboten einbezogen werden.

Zum Streik ruft die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi auf. Sie will für 140.000 Post-Mitarbeiter bessere Arbeitsbedingungen aushandeln.

An welchen Standorten der Post wird aktuell gestreikt?

In Hessen sind laut Verdi die Briefzentren an den Standorten Kassel, Eichenzell, Langgöns, Frankfurt am Main, Offenbach, Wiesbaden und Darmstadt vom Streik betroffen. In Niedersachsen streiken Beschäftigte aus den Standorten Hannover-Pattensen, Celle, Braunschweig, Göttingen, Osnabrück, Oldenburg und Bremen.

Welche Bereiche werden derzeit bestreikt? 

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Derzeit streiken Mitarbeiter der Briefzentren, wo Briefe nach Zustellbezirken sortiert und anschließend von den Zustellern zum Empfänger gebracht werden. Laut Post-Sprecher Alexander Böhm kommt es zu Verzögerungen, weil ein Teil der Briefe nicht sortiert werden konnte und so in Kisten neben den Sortiermaschinen stehenblieb. Laut Verdi sollen schrittweise auch Paketboten und Briefträger in den Ausstand einbezogen werden.

Wie geht die Post mit den Warnstreiks um? 

Die Post hat einen Notfallplan, sagt Böhm. „Wir greifen auf Mitarbeiter aus dem Verwaltungsdienst zurück sowie auf Mitarbeiter anderer Firmen, die die Personallücken füllen sollen.“ Die Sendungen werden zudem nach Priorität sortiert: „Für einen vollbezahlten Standardbrief hat die Post eine Zustellverpflichtung, das heißt, in 80 Prozent der Fälle muss der Brief am Folgetag beim Empfänger sein.“ Werbesendungen, für die die Kunden weniger zahlen, können drei bis vier Tage geschoben werden.

Welche Produkte sind vom Streik betroffen? 

Briefe, darunter auch Großbriefe. Elf Prozent der Sendungen werden laut Post einen Tag später ankommen.

Wie viel der Post in meinem Briefkasten kommt tatsächlich per Deutsche Post? 

Der Marktanteil der von der Post in Deutschland versandten Briefe liegt bei 40 Prozent.

Wie erfährt man, ob ein bereits versandter Brief auch unterwegs ist? 

Auf der Internetseite der Post können Sender und Empfänger anhand der Postleitzahl überprüfen, ob es zu Verzögerungen kommt.

Wie kann man sichergehen, dass eine Sendung ankommt? 

Laut Post-Sprecher Böhm gibt es keine hundertprozentige Garantie dafür. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ist jeder dafür selbst verantwortlich, dass seine Sendung beim Empfänger ankommt. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehlt, bei normalen Sendungen mindestens drei Tage Vorlaufzeit einzuplanen. Bei fristgebundenen Sendungen sollten es einige Tage mehr sein. Im Zweifel könne man auf Alternativen zur Post ausweichen.

Welche Alternativen gibt es denn überhaupt? 

Zu den alternative Anbietern für Briefe zählen regionale wie die PIN Mail AG in Berlin (www.pin-ag.de) und die Märkische Post (www.maerkische-post.de). Pakete können zum Beispiel mit Logistikdienstleistern wie Hermes, GO!, DPD oder TNT versandt werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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