Kommentar zur Fusion von Edeka und Tengelmann: Fragwürdige Entscheidung

Durch eine Sondergenehmigung von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel darf Edeka die Supermärkte von Kaiser's-Tengelmann übernehmen. Ein Kommentar von Nachrichtenredakteurin Martina Hummel über die Folgen für Mitarbeiter und Kunden.

Fast alle sind irgendwie gegen die Genehmigung der Fusion von Edeka und Tengelmann: die Kartellwächter, die Konkurrenz. Nur Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel nicht – nicht ohne Grund. Denn politisch betrachtet, positioniert sich Gabriel mit der Entscheidung als Retter der Arbeitsplätze.

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Zuletzt schrieben die Supermärkte der Tengelmann-Gruppe Verluste. Zur Gruppe gehören auch die Obi-Märkte und der Textildiscounter Kik. Ob Tengelmann nach der Fusion mehr Profit abwirft, wird die Zukunft zeigen. Somit ist die Bedingung, die Fusion an die Weiterbeschäftigung von 16.000 Mitarbeitern zu koppeln, erstmal ein Planspiel.

Und die Kunden? Schon heute teilen sich fünf Unternehmensgruppen fast drei Viertel des Marktes: Edeka, Rewe, Lidl, Aldi und Metro. Die Konzentration wird zunehmen, wenn auch nur regional. Denn Tengelmann ist bundesweit nicht flächendeckend vertreten. Dies muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass den Kunden deshalb gleich höhere Preise ins Haus stehen, es gibt ja noch Konkurrenten. Aber die Produktvielfalt wird schwinden, denn durch die Konzentration im Lebensmittelhandel wird die Auswahl im Sortiment schwinden.

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