Bouffier kündigt Maßnahmenkonzept an

Frankfurter Flughafen: Tausende demonstrierten erneut gegen Fluglärm

Wiesbaden. Es werden immer mehr: Am Montagabend demonstrierten weit mehr als 5000 Menschen im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens gegen den Fluglärm seit der Eröffnung der neuen Landebahn.

Zeitgleich rauchten in der Staatskanzlei die Köpfe der für dem Lärm Verantwortlichen: Minister, Vertreter der Stadt Frankfurt, der Fraport, der Flugsicherung und der Fluggesellschaften trafen sich auf Einladung von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), um Wege zu finden, den Lärm möglichst rasch zu reduzieren.

Video: Die "Stille Nacht"-Version der Demonstranten

Eines werde aber nicht in Frage kommen, so der Ministerpräsident in einer Sitzungspause: „Die neue Landebahn schließen, kann nicht die Zukunft sein.“ Ansonsten war man am Abend noch nicht weit gekommen. „Wir haben uns zunächst zum Austausch von Fakten und nicht von Emotionen getroffen“, sagte Bouffier. Die Gesprächspartner sollten nun Lösungmöglichkeiten zusammen tragen, damit man in sechs Wochen ein Maßnahmenkonzept entwickeln könne.

Was dem Regierungschef dazu einfiel, dürfte den Lärmgeplagten allerdings nicht neu sein. Leisere Flugzeuge, geänderte Flugbewegungen und passiver Lärmschutz gehören schon lange zum Repertoire dessen, was den Bürgern versprochen wird. Bouffier sagte aber auch, dass er „nichts versprechen werde, was wir nicht halten können.“ Die Rhein-Main-Region sei eine der wirtschaftsstärksten Regionen, und das solle sie bleiben.

„Sie können nicht 70.000 Arbeitsplätze schaffen ohne Belastungen. Die Kunst muss sein, das Maß der Belastungen erträglich zu machen.“ Klare Worte fand der Ministerpräsident auch auf die Frage, warum die Bürger selbst bei dem Gipfel in der Staatskanzlei außen vor beiben mussten: „Wir haben ständig Kontakt mit den Bürgern, etwa in der Fluglärmkommission oder im Umwelthaus.“ Letzteres ist die Fortsetzung des Regionalen Dialogforums zum Flughafenausbau. „Aber“, so Bouffier, „nicht jeder, der einen Vorschlag macht, kann auch ein Gesamtlösungskonzept machen. Wir werden unseren Wohlstand nicht halten können ohne den Flughafen.“

In der vergangenen Woche hatten die Proteste der Bürger auch in den Reihen der Regierungskoalition und in der Frankfurter CDU für plötzliche Betriebsamkeit gesorgt. Ein Bekenntnis zum absoluten Nachtflugverbot, wenn es denn vom Bundesverwaltungsgericht erlaubt werde, gehörte dazu.

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