Nach vereiteltem Anschlag

Frankreich: Sicherheitsmaßnahmen für Kirchen, Synagogen und Moscheen

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In diesem Studentenwohnheim in Paris soll der 24-jährige Terrorverdächtige gewohnt haben.

Paris - Frankreich steht erneut im Zeichen des Terrorismus. Nach einem vereitelten Anschlag will Regierungschef Valls religiöse Einrichtungen besser schützen. Paris will hart gegen Terror vorgehen.

Nach dem vereitelten Terroranschlag auf Kirchen will Frankreich religiöse Stätten im Land besser schützen. Regierungschef Manuel Valls will weiter entschlossen gegen jede Art der Bedrohung vorgehen.

Ziel des mutmaßlichen Islamisten seien Christen gewesen, sagte der Premierminister nach einem Besuch einer Kirche in Villejuif südlich von Paris.

Frankreich werde weiter alle Maßnahmen ergreifen, um wichtige Orte wie Kirchen, Synagogen oder Moscheen zu schützen, sagte Valls. Gleichzeitig betonte er, die historischen Stätten Frankreichs müssten weiter für die Öffentlichkeit und Besucher zugänglich bleiben.

Zuvor war bekanntgeworden, dass die französische Polizei mit der Festnahme eines 24-Jährigen einen Terrorangriff vermutlich auf eine Kirche vereitelt hat. Die Staatsanwaltschaft sucht nach möglichen Komplizen. Der Mann habe sich mit einer weiteren Person über Anschlagspläne ausgetauscht, sagte der für Terrorismus zuständige Staatsanwalt François Molins. Der Gesprächspartner könnte sich in Syrien befinden. Er habe den Studenten aufgefordert, eine Kirche ins Visier zu nehmen.

Ermittler fanden bei dem 24-Jährigen ein umfangreiches Waffenarsenal mit Kalaschnikow-Sturmgewehren, einer Pistole, einem Revolver sowie schusssicheren Westen. Außerdem stießen sie auf detaillierte Notizen über mögliche Ziele sowie arabische Dokumente, in denen die Terrororganisationen Al-Kaida und Islamischer Staat erwähnt werden.

Laut Medienberichten lebte der Algerier bereits von 2001 bis 2003 in Frankreich. Im Jahr 2010 kehrte er zurück. Er war den Sicherheitsbehörden bekannt: Diese hatten Hinweise erhalten, dass er sich Kämpfern in Syrien anschließen wollte. Zwei Überprüfungen in den Jahren 2014 und 2015 hatten jedoch keine stichhaltigen Beweise erbracht.

Der Verdächtige soll auch für die Ermordung einer 32-jährigen Frau verantwortlich sein, die am Sonntag erschossen in einem Auto in Villejuif aufgefunden worden war.

Bei Angriffen auf die Redaktion der Satirezeitung "Charlie Hebdo", einen jüdischen Supermarkt und eine Polizistin und dem folgenden Polizeieinsatz waren im Januar 20 Menschen getötet worden, darunter die drei Terroristen. Seitdem gilt im Großraum Paris die höchste Alarmstufe.

Infos zum Antiterror-Plan "Vigipirate", Frz.

Liveticker "Le Figaro", Frz.

dpa

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