Frankreich: Sozialisten vor Wahlsieg

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Die Sozialisten um Präsident Francois Hollande stehen vor dem Wahlsieg in der Nationalversammlung

Paris - Die Sozialisten von Frankreichs neuem Präsidenten Hollande steuern bei der zweiten Wahlrunde zur Nationalversammlung auf eine absolute Mehrheit zu.

In den französischen Überseegebieten hat am Samstag die zweite Runde der Wahlen zur Nationalversammlung begonnen. Die Wähler in Französisch-Guyana und auch die in Südamerika lebenden Auslands-Franzosen konnten bereits am Samstagnachmittag ihre Stimmzettel abgeben. Im Mutterland in Europa werden erst an diesem Sonntag die Abgeordneten der ersten Parlamentskammer gewählt. Im ersten Wahlgang hatten nur in 35 der 577 Wahlkreise Kandidaten ein Mandat errungen. Sie brauchten dafür mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen. Die Stimmenzahl musste zudem mindestens einem Viertel der eingeschriebenen Wähler entsprechen.

Frankreichs neuer Präsident François Hollande kann bei der Endrunde der Parlamentswahl an diesem Sonntag auf eine absolute Mehrheit für seine Sozialisten hoffen. Ein solcher Ausgang würde auch seine Position in den Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stärken, die sich weiter gegen die von Hollande geforderten Eurobonds und jegliche Aufweichung der Budget-Disziplin sperrt.

Der bislang dominierenden UMP des am 6. Mai abgewählten Präsidenten Nicolas Sarkozy droht dagegen ein Debakel. Die konservativ-rechte Partei wird zusammen mit direkten Verbündeten nur noch bei maximal 226 Sitzen gesehen. Die erste Parlamentskammer hat 577 Sitze, die absolute Mehrheit liegt bei 289 Abgeordneten.

Sollte die Parti Socialiste (PS) nicht allein auf die absolute Mehrheit kommen, dürfte es zur Koalition mit den Grünen kommen. Sie haben ein Bündnis mit der PS geschlossen und werden bei 14 bis 20 Sitzen gesehen. Mit Spannung wird das Ergebnis im Wahlkreis von La Rochelle erwartet, wo die sozialistische Spitzenpolitikerin Ségolène Royal um ihr Mandat bangt. Ein örtlicher Partei-Abweichler weigert sich, seine eigene Kandidatur zurückzuziehen, um der Ex-Partnerin von Präsident Hollande seine Stimmen zugutekommen zu lassen. Eine Solidaritätsadresse von dessen Lebensgefährtin Valérie Trierweiler an Royals Gegenspieler löste eine politische Kontroverse aus.

dpa

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