Frauenquote: Von der Leyen kontra Schröder

+
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen

Berlin - Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hält eine feste Frauenquote von 30 Prozent in Führungsgremien der deutschen Wirtschaft für unverzichtbar. Familienministerin Kristina Schröder sieht das anders.

Lesen Sie auch:
EU-Kommission will Frauenquote

Es müsse “klar sein, dass die gesetzliche Vorgabe - die Schritte, die Zeitschiene - geklärt wird in diesem Jahr“, sagte sie am Montag im NDR. Sie ging damit erneut auf Gegenkurs zu ihrer Kabinettskollegin und Parteifreundin, Familienministerin Kristina Schröder. Diese strebt flexible Quoten an. “Wir sind im Augenblick, was Frauen in den Führungspositionen angeht, auf Höhe mit Indien, hinter Russland, hinter Brasilien, hinter China. Mit anderen Worten, es ist wirklich an der Zeit, dass sich in diesem Land auch etwas ändert“, sagte von der Leyen.

Das ist Ministerin Kristina Schröder

Kristina Schröder ist ein frisches Gesicht in der Berliner Politikszene. Mit 25 Jahren zog sie 2002 in den Bundestag ein, mit gerade mal 32 wurde sie jetzt Bundesfamilienministerin. Vor ihrer Hochzeit hieß sie Köhler. © dpa
Sie ist damit die jüngste Ministerin im Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel. © AP
Nach dem Rückzug von Franz Josef Jung war sie einer der logischen Kandidaten: Schließlich sollte die mächtige Hessen-CDU am Kabinettstisch vertreten bleiben. Außerdem genießt Schröder in ihrer Partei höchstes Ansehen. Der frühere Generalsekretär Ronald Pofalla zählte sie “zu den großen Nachwuchstalenten in der CDU“. Rechts: Hessens früherer CDU-Ministerpräsident Roland Koch. © dpa
Kristina Schröder stammt aus Wiesbaden, hier kam sie im August 1977 zur Welt, hier ging sie bis 1997 aufs Gymnasium und hier hat sie ihren Wahlkreis. © dpa
Bei der Bundestagswahl setzte sich Schröder klar (mit 40,8 Prozent) gegen die damalige Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (32,6 Prozent) durch, die das Direktmandat zuvor drei Mal hintereinander gewonnen hatte. © dpa
Außerdem machte sie die Wiesbadener CDU nach 15 Jahren erstmals wieder zur stärksten Partei bei einer Bundestagswahl. © AP
Ihre Zuneigung zur CDU entdeckte sie schon sehr früh: Mit zwölf Jahren habe sie fasziniert vor dem Fernseher gesessen, als die Mauer fiel: “Die anderen Mädchen schwärmten für Pferde, ich für Helmut Kohl“, sagte Köhler kürzlich dem “Handelsblatt“. © AP
Sie habe sich sogar “I like Birne“-Aufkleber auf die Schulmappe geklebt, berichtete sie. Die Zeitung nannte Köhler daraufhin “Kohls Mädchen II“ - in Anlehnung an den Beinahmen der Kanzlerin. © AP
1991 wurde Kristina Köhler Mitglied der Jungen Union, bereits ein Jahr später gelangte sie in den Wiesbadener Kreisvorstand. 2002 wurde sie Mitglied des Landesvorstands der hessischen CDU und Bundestagsmitglied mit dem Fachgebiet “Islam, Integration und Extremismus“. © AP
Für Aufsehen sorgte sie als CDU-Obfrau im BND-Untersuchungsausschuss, der die Rolle des Bundesnachrichtendienstes während des Irak-Krieges untersuchte. © Homepage
Seit Anfang des Jahres ist die Ministerin promovierte Politikwissenschaftlerin, ihr Doktorvater ist der bekannte Politologe Jürgen Falter. © Homepage
Zuvor hatte sie bis 2002 Soziologie, Geschichte, Philosophie und Politik in Mainz studiert und ihr Soziologie-Diplom gemacht. Neben dem Studium arbeitete Köhler als Mitarbeiterin der hessischen Landtagsabgeordneten Birgit Zeimetz-Lorz, als wissenschaftliche Hilfskraft der Universität Mainz und hospitierte bei der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. © Homepage
Aber auch den neusten Medien ist sie verbunden: Kristina Schröder meldet sich regelmäßig über den Internet-Kurznachrichtendienst Twitter zu Wort, so zum Beispiel am 25. November, als sie schrieb: “Jetzt schnell zum Hauptbahnhof, um den letzten Zug zurück nach Berlin zu bekommen.“ © dpa
Die damalige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen (links, CDU), und die Wiesbadener Bundestagsabgeordnete Kristina Köhler posieren im Wahlkampf am 18. August 2009 in Wiesbaden auf einer Bank. © dpa
Der damalige Bundespräsident Horst Köhler (2.von linksl) überreicht am Montag im Schloss Bellevue in Berlin der neuen Bundesfamilienministerin Kristina Köhler (CDU, links) ihre Ernennungsurkunde. Rechts beobachten Bundeskanzlerin Angela Merkel, die bisherige Familienministerin und neue Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (2. von rechts) und der bisherige Arbeitsminister Franz Josef Jung (alle CDU) die Szene. © dpa
Die neue Familienministerin Kristina Schröder, links, und ihre Vorgaengerin, die neue Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, rechts (beide CDU), unterhalten sich am Montag, 30. November, in Berlin bei einem Fototermin zur Amtsübergabe. © AP
Schröder kommt in Berlin zu einem Fototermin bei der Amtsübernahme in ihrem Ministerium. © AP
Schröder (links) und ihre Vorgängerin von der Leyen am Montagim Familienministerium in Berlin. © dpa
Kristina Schröder bei einer Rede im Bundestag. © Homepage
Im Februar 2010 hat Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (hieß zuvor mit Nachnamen Köhler) ihren Mann Ole Schröder geheiratet. Ihr Mann ist selbst CDU-Politiker und  parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium. © dpa
Nach der kirchlichen Trauung verlassen Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und ihr Mann Ole Schröder (beide CDU) die evangelische Kirche in Wiesbaden-Dotzheim. © dpa
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) und ihr Mann Ole kommen zum Bundespresseball im Hotel Intercontinental in Berlin. © dpa
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) und ihr Mann Ole kommen zum Bundespresseball im Hotel Intercontinental in Berlin. © dpa
Kristina Schröder (CDU) betrachtet Eröffnung der Ausstellung "Duckomenta II - Die Enten sind zurück" im brandenburgischen Neuhardenberg (Märkisch-Oderland) im Schloss Neuhardenberg ein verfremdetes Gemälde mit dem Titel "Frühstück im Freien" von Edouard Manente. © dpa
Kristina Schröder kommt einer Pressekonferenz zur Vorstellung des Familienreports 2010 in Berlin. © dpa
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU, l) unterhält sich zu Beginn einer Kabinettssitzung in Berlin mit dem damaligen Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU, r) und Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP). © dpa
Kristina Schröder besucht am im Umweltforum in Berlin die Ausstellung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH). © dpa
Die Pumps von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder sind in Karlsruhe auf dem 23. Bundesparteitag der CDU während ihrer Rede neben dem Pult zu sehen. © dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, r) unterhält sich zu Beginn einer Kabinettssitzung im Bundeskanzleramt in Berlin, Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU, l) und mit Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU, M). © dpa
Kristina Schröder steht in Köln zwischen Plakatmotiven der Aktion "Bleib entspannt. Mach dich schlau" zur Sexualaufklärung. © dpa
Kristina Schröder spricht bei der Feierstunde anlässlich der Verleihung des Deutschen Engagementpreises in Berlin. © dpa
Kristina Schröder telefoniert im Vorraum der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Reichstag in Berlin. © dpa
Der damalige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) unterhält sich vor seiner Rede im Reichstag in Berlin mit der Familienministerin. © dpa
Kristina Schröder verfolgt im Umweltforum in Berlin den Bundeskongress des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH). © dpa
Kristina Schröder auf der Auftaktveranstaltung zu Aktion "Foul von Rechtsaußen - Sport und Politik verein(t) für Toleranz, Respekt und Menschenwürde". © dpa

Eine feste Frauenquote von 30 Prozent ist nach ihrer Einschätzung angesichts des hohen Anteils gut ausgebildeter Frauen auch umsetzbar: Entweder freiwillig innerhalb von zwei Jahren oder gesetzlich vorgeschrieben bis 2018. “Das Wichtigste ist, diese Bewegung kommt aus der Mitte des Parlamentes. Die Gruppe der Frauen in der Union hat seit einem halben Jahr konsequent an diesem Thema gearbeitet, und sie haben inzwischen auch einen Stufenplan vorgelegt.“

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.