Tödliche Schüsse eines Jägers auf Harzer Höhenvieh bleiben ungeahndet

Nach Schüssen auf Rinder: Freispruch für den Schützen

Osterode. Die tödlichen Schüsse auf mehrere Tiere der seltenen Rinderrasse „Harzer Rotes Höhenvieh“ haben jetzt ein gerichtliches Nachspiel gefunden. Ein 37-jähriger Jäger musste sich am Mittwoch wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und Sachbeschädigung vor dem Amtsgericht Osterode verantworten.

Der Angeklagte hatte im Oktober 2010 bei der nächtlichen Jagd mehrere weidende Rinder durch Schüsse verletzt, eines davon so schwer, dass es eingeschläfert werden musste. Bei einer anderen hochträchtigen Kuh lösten die Schüsse eine Notkalbung aus, sie musste ebenfalls eingeschläfert werden. Die dritte getroffene Kuh überlebte.

Die Verhandlung endete nach Angaben eines Justizsprechers mit einem Freispruch. Nach Ansicht des Richters hatte der Angeklagte sich zwar grob fahrlässig verhalten, aber nicht vorsätzlich gehandelt. Dies sei aber die Voraussetzung für eine Verurteilung. Der Jäger selbst hatte angegeben, dass er auf Schwarzwild habe schießen wollen. Er hatte nach dem Vorfall freiwillig seine Waffe und seinen Jagderlaubnisschein abgegeben.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hätte er sich vor der Abgabe der Schüsse vergewissern müssen, welche Tiere er vor sich hatte. Sie beantragte deshalb eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 20 Euro. Die Verteidigung plädierte dagegen auf Freispruch.

Die Rinder gehören zu der größten Herde der vom Aussterben bedrohten Rasse Harzer Rotes Höhenvieh, die besonders gut an das raue Klima angepasst ist. (pid)

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.