Klimaschutz

Fridays for Future plant nächsten globalen Streiktag für das Klima

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Beim letzten Klimastreik-Tag gingen allein in Deutschland 1,4 Millionen Menschen auf die Straßen. 

Aktivisten aus mehr als hundert Städten haben Proteste angekündigt. Das Klimapaket der Regierung sei „eine politische Bankrotterklärung“, sagt die Bewegung.  

Die Klimaschutz-Bewegung Fridays For Future hat zu einem neuen globalen Klimastreiktag am 29. November aufgerufen. Aktivisten aus mehr als hundert Städten hätten bereits Aktionen angekündigt, berichtet das Bündnis. Neben klassischen Streiks solle es auch „kreative Proteste“ geben. Der Aktionstag findet damit direkt vor Beginn der Weltklimakonferenz in Chile (vom 2. bis 13. Dezember) statt. 

Unterdessen rechnen die Aktivisten in einem offenen Brief mit den Klimaschutzplänen der Bundesregierung ab. Das geplante Klimapaket sei „eine politische Bankrotterklärung“, verdiene seinen Namen nicht und müsse „grundlegend“ überarbeitet werden, fordert die Bewegung. 

Bundesregierung beim Klimaschutz im „politischen Tiefschlaf“

Mit ihren Plänen ignoriere die Bundesregierung auch Deutschlands internationale Verpflichtungen, schreibt Fridays for Future. „Aufgrund historischer Emissionen geht es hierbei nicht nur um eine Vorreiterrolle, sondern auch um Klimagerechtigkeit - an der Möglichkeit, hier ein Zeichen zu setzen, sind Sie kläglich gescheitert“, kritisieren die Aktivisten. Sie sehen „die Handlungsfähigkeit Ihrer Bundesregierung beim Klimaschutz nicht mehr gegeben“.

Zugleich erinnern die Umweltschützer die große Koalition an den jüngsten Massenprotest von 1,4 Millionen Demonstranten in Deutschland. „Zwar behaupten Sie inzwischen, Fridays For Future hätte Sie aufgerüttelt, doch angesichts dieses lächerlichen Maßnahmenpakets befinden Sie sich offenbar weiterhin im politischen Tiefschlaf“, schreiben die Aktivisten. „Mit dem Eckpunktepapier ignorieren Sie nicht nur den Wunsch hunderttausender junger Menschen nach einer lebenswerten Zukunft, sondern auch die Weckrufe aus der Wissenschaft und aus breiten Teilen der Bevölkerung.“

Fridays for Future: Klimaziele so nicht zu halten 

Die Maßnahmen würden nicht nur das Ziel verfehlen, die Erderwärmung unter 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu halten, „sondern sogar die deutlich zu niedrigen Klimaziele der Bundesregierung für 2030 nicht einhalten“.

Mehr zum Thema: Experte zum Klimapaket: „Das läuft ins Leere“

Die Bundesregierung hatte am 20. September Eckpunkte eines Maßnahmenpakets zum Klimaschutz beschlossen. Unter anderem soll ein CO2-Preis klimaschädliche Brennstoffe aus Öl, Erdgas und Kohle verteuern. In den Bereichen Verkehr und Heizen will die Bundesregierung 2021 mit 10 Euro pro Tonne Kohlendioxid (CO2) einsteigen. Kritiker halten diesen Preis für viel zu niedrig.

Extinction Rebellion plant Aktionen zivilen Ungehorsams 

Auch das Klimaaktionsbündnis Extinction Rebellion rief zu neuen Protesten auf. Das Bündnis will ab Montag mit Aktionen in 60 Städten weltweit den Druck auf die Politik erhöhen. Die Regierungen unternähmen nicht genug gegen den "Klima- und Umweltnotstand", erklärte die Gruppe. Die Menschen müssten deswegen "rebellieren".

Geplant sind über zwei Wochen Aktionen zivilen Ungehorsams vor allem in Städten in Europa, Nordamerika und Australien, aber auch in Argentinien, Südafrika und Indien. Die Folgen der Erderwärmung seien keine "entfernte Apokalypse", warnte Extinction Rebellion und fügte hinzu: "Menschen in aller Welt leiden und sterben bereits jetzt."

Lesen Sie auch: Richtig geschmacklos wurde es am Montag in Italien, wo Unbekannte eine Greta-Thunberg-Puppe von einer Brücke hängen ließen.

Die Gruppe war im vergangenen Jahr in Großbritannien gegründet worden. Sie brachte in London mit Blockaden stellenweise den Verkehr zum Erliegen. Extinction Rebellion hofft, von Montag an in der britischen Hauptstadt 20.000 bis 30.000 Menschen für Blockaden rund um Parlament und Regierungsgebäude zu mobilisieren. Auch in Berlin sind entsprechende Aktionen geplant. 

(mit Material der dpa und der afp)  

Fridays for Future: Aus Jugendprotest wird eine globale Bewegung

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Der Kabarettist Dieter Nuhr hat sich einen veritablen Shitstorm eingefangen, nachdem er Witze über Greta Thunberg gemacht hat. Hat die Klimabewegung keinen Humor? Ein Kommentar.

Beim letzten globalen Streiktag für das Klima sind in Frankfurt etwa 20.000 Menschen auf die Straße gegangen. „Fridays for Future“ hat es geschafft, aus einem Jugendprotest eine breite Bewegung zu entwickeln.

Am Streiktag (Freitag, 20.09.) überlässt die „Frankfurter Rundschau“ den Aktivistinnen und Aktivisten Raum, um auf 29 Seiten ihre Ziele zu erläutern. Diese ungewöhnliche Ausgabe der FR kann auch downgeloadet werden.  

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