Frontex: Schleuser verdienen 2,5 Millionen Dollar pro Schiff

+
Flüchtlingsboot vor Lampedusa: Die Flucht übers Mittelmeer ist für Migranten eine Todesfalle, für die Schleuser ein Riesengeschäft. Foto: Italienische Marine/Archiv

Berlin (dpa) - Menschenschmuggler im Mittelmeer-Raum haben ihren Profit durch den Einsatz führerloser Frachtschiffe zuletzt deutlich gesteigert. "Wir beobachten aktuell zehn Frachtschiffe", sagte der Leiter der operativen Arbeit der EU-Grenzschutzagentur Frontex, Klaus Rösler, beim Europäischen Polizeikongress.

Die Schleuser kassierten von jedem Flüchtling für eine Überfahrt nach Italien im Schnitt 6000 US-Dollar (5295 Euro). Auf jedem Schiff fänden rund 500 Menschen Platz. Nach Abzug aller Kosten bleibe für die Schleuser pro Schiff ein Profit von 2,5 Millionen Dollar übrig. Wer mehr zahle, dürfe mit einer Schwimmweste auf dem Oberdeck reisen. Wer nicht so viel Geld habe, müsse ohne Weste im Schiffsrumpf sitzen. 

Vor dem Kongresszentrum protestierten Dutzende von Frontex-Gegnern. Menschenrechtsgruppen hatten wiederholt den Tod von Flüchtlingen an den Außengrenzen der "Festung Europa" angeprangert. Laut UN-Schätzungen sind im vergangenen Jahr über 3500 Menschen bei dem Versuch, illegal nach Europa zu gelangen, ums Leben gekommen.

Programm Polizeikongress

Frontex

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.