Saison startet: Per Rad dem Frühjahr entgegen

Göttingen/Kassel. Die Wetterunempfindlichen treten das ganze Jahr in die Pedale, der Rest der Radler startet nun mit dem Frühling wieder in die Saison.

In Kiel und Hannover etwa haben Radler inzwischen einen Anteil von 20 Prozent am Verkehr, in Bremen von 25 Prozent, in Göttingen von knapp unter 30.

„Strecken in den Städten sind meist nur bis zu fünf Kilometer lang - ideale Entfernung fürs Radfahren“, sagt Sabine Stanelle vom Verkehrsclub Deutschland (VCD).

Radeln sei umweltverträglich, flexibel und gut für die Gesundheit, sagt Stanelle. Die Modellvielfalt für verschiedene Zwecke ist enorm - sie reicht bis hin zu Lastenrädern und Erwachsenen-Dreirädern. Um 12 Prozent auf 2,42 Mrd. Euro stieg allein 2015 der Umsatz der deutschen Hersteller. Die Branche verkaufte 4,35 Millionen Fahrräder, 6,6 Prozent mehr als im Vorjahr, jedes achte war ein Elektrorad.

Hannover will den Radverkehrsanteil auf 25 Prozent steigern, dafür soll das Radstreifennetz verbessert werden, 500 kleinere Baumaßnahmen sind in den nächsten fünf Jahren geplant. Damit Lastenräder und Radler mit Kinderanhängern überholt werden können, sollen manche Pisten breiter werden, außerdem wird an einem City-Radring gearbeitet und werden Radschnellwege geprüft.

In Göttingen wurden die ersten zwei von vier Kilometern „Radler-Autobahn“ im Oktober freigegeben: Zwischen Norduni und Kreuzbergring können Radfahrer, mit oder ohne E-Motor, besonders flott unterwegs sein. In diesem Jahr soll bis zum Bahnhof weitergebaut werden.

Das eher hügelige Kassel will laut Verkehrsentwicklungsplan das Fahrradvermietsystem Konrad, Radwegenetz und Angebot von Abstellanlagen ausbauen. Neben Menzelstraße, Blücherstraße und Fiedlerstraße soll es weitere Fahrradstraßen geben, nach Vellmar, Kaufungen und Baunatal besonders breite Radkomfortrouten. Von 7 Prozent im Jahr 2008 soll der Fahrradverkehr bis 2030 auf einen 11- bis-14-Prozent-Anteil steigen.

Für die Aktion „Mehr Platz fürs Rad!“ hat der Verkehrsclub bundesweit nachahmenswerte Beispiele gesammelt. Pforzheim etwa hat die Busspur einer Ausfallstraße zum Radfahrstreifen umgewandelt, den Busse nun mitbenutzen. Freiburg im Breisgau hat 2,5 Mio. Euro in eine weitgehend kreuzungsfreie, komplett beleuchtete Strecke mit Unterführung investiert, die täglich 2500 Radler nutzen.

Anders Berlin: Dort soll ein Volksentscheid dem Senat auf die Sprünge helfen. Ein Ziel: 350 Kilometer mindestens fünf Meter breite Fahrradstraßen durch die Hauptstadt. 

Von Michael Evers und Wolfgang Riek

Die fünf beliebtesten Fahrradtypen

Platz 1: Zunächst für lange Touren gedacht, sind am Trekkingrad (33 Prozent Marktanteil) viele Teile vom Mountainbike zu finden.

Platz 2: Das Citybike (21 Prozent Anteil) kommt in der bequemen Stadtversion mit aufrechter Sitzposition (Foto) und sportlicher als Urbanrad daher. 

Platz 3: Das E-Bike (12,5 Prozent Anteil): Hier bekommt der Fahrradfahrer tatkräftige Unterstützung von einem Elektromotor: beim Pedelec bis Tempo 25, beim S-Pedelec bis 45 km/h.

Platz 4: Das Mountainbike (10 Prozent Anteil), der Geländegänger unter den Fahrrädern, hat vor allem in teureren Varianten eine hochwertige Schaltung und Scheibenbremsen. 

Platz 5: Das All Terrain Bike (7,5 Prozent Anteil) ähnelt dem Mountainbike, ist aber mit Schutzblechen und Lichtanlage für den Straßenverkehr zugelassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.