Kartellamt genehmigt Zusammenschluss der Rüstungskonzerne KMW und Nexter

Nächster Schritt zu neuem europäischen Rüstungsriesen geschafft

Kartellamt hat keine Bedenken: Grünes Licht für die Fusion des Panzerbauers Krauss-Maffei Wegmann mit seinem französischen Konkurrenten Nexter. Im Bild: Kampfpanzer Leopard 2 A6. Foto: dpa

München/Kassel/Paris. Auf dem Weg zu einem neuen europäischen Rüstungsriesen haben die beiden Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und Nexter eine wichtige Hürde genommen.

Das Bundeskartellamt stimmte dem Zusammenschluss des Münchner Unternehmens mit dem französischen Konkurrenten zu. Es gebe auch nach der Fusion eine hinreichend große Anzahl von Wettbewerbern aus dem In- und Ausland mit vergleichbaren Angeboten, teilte das Bundeskartellamt am Montag in Bonn mit.

Gerade beim Bau schwerer Kampfpanzer sei eine Wettbewerbsbehinderung nicht zu erwarten. „Die Ermittlungen haben ergeben, dass sich die Fusion nicht nachteilig auf die Beschaffung der jeweiligen Streitkräfte auswirken wird.“

Bundesregierung muss prüfen

Die Bonner Behörde hat nur die wettbewerbsrechtlichen Fragen untersucht. Die Bundesregierung prüft derzeit noch, ob die Fusion die sicherheitspolitischen Interessen Deutschlands gefährdet. Bis zum 10. September muss das Wirtschaftsministerium entscheiden, ob es eine „vertiefte Prüfung“ dieser Frage einleitet. Falls es sich dagegen entscheidet, ist die Fusion unter Dach und Fach. Andernfalls kann die Prüfung noch mehrere weitere Monate dauern.

Durch den Zusammenschluss wollen KMW und Nexter zu einem führenden europäischen Rüstungsanbieter mit gut 6000 Beschäftigten und zwei Milliarden Umsatz aufrücken. Zunächst soll das neue Unternehmen von einer Doppelspitze geführt werden, bestehend aus KMW-Chef Frank Haun und Nexter-Boss Philippe Burtin.

Angesichts schrumpfender nationaler Rüstungsbudgets wollen die beiden Firmen ihre Position im globalen Wettbewerb verbessern. Ihre grundsätzlichen Pläne für die Rüstungsfusion hatten die beiden Firmen 2014 angekündigt; Ende Juli wurden in Paris die Unterschriften unter die Fusions-Verträge gesetzt. KMW baut unter anderem den Kampfpanzer Leopard, Nexter den Leclerc.

KMW hat seit dem Kauf einer Sparte von Diehl Defence rund 3500 Mitarbeiter. 2770 von ihnen sind je zur Hälfte in München und Kassel beschäftigt, hinzu kommen kleinere Standorte auch im Ausland. Der Umsatz im vergangenen Jahr lag bei etwa 750 Millionen Euro. Nexter Systems gehört bisher zum staatlichen französischen Rüstungskonzern Nexter Group. 3300 Beschäftigte der Group setzten weltweit zuletzt 1,1 Milliarden Euro um.

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