Er galt einst als Nachfolger des Machthabers

Gaddafi-Sohn Seif al-Islam zum Tode verurteilt

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Seif al-Islam

Tripolis - In Libyen ist ein Sohn des getöteten Machthabers Muammar al-Gaddafi, Seif al-Islam, zum Tode verurteilt worden. Ein Gericht verurteilte am Dienstag zudem acht Vertraute des langjährigen Machthabers zum Tod durch Erschießen.

Unter den Verurteilten sind auch der frühere Regierungschef Baghdadi al-Mahmudi und der ehemalige Geheimdienstchef Abdullah Senussi. Ihnen wurden Verbrechen während des blutig bekämpften Aufstands gegen Gaddafi im Jahr 2011 vorgeworfen.

Der Prozess gegen den einst als Gaddafis Nachfolger auserkorenen al-Islam hatte im April in der libyschen Hauptstadt begonnen. Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hatte sich zuvor vergeblich um eine Auslieferung des Gaddafi-Sohns bemüht. Der IStGH hatte auf dem Höhepunkt der Revolte Haftbefehl gegen ihn und Senussi wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit erlassen. Anschließend entbrannte ein Streit zwischen Tripolis und Den Haag darüber, vor welchem Gericht sich die beiden Männer verantworten sollten.

Einer der Gadaffi-Söhne lebte jahrelang in München

Seif al-Islam al-Gaddafi ist der zweitälteste Sohn des ehemaligen libyschen Machthabers Mummar al-Gaddafi. Er hat mehrere Brüder, von denen einer, Saif al-Arab al-Gaddafi, enge Verbindungen  zu Deutschland hatte. Saif al-Arab al-Gaddafi immatrikulierte sich im Jahr 2006 an der TU München. Er lebte jahrelang in der bayerischen Landeshauptstadt, wo er immer wieder für Schlagzeilen sorgte, unter anderem aufgrund verschiedener Anklagen wegen Delikten wie Alkoholfahrten, Körperverletzung oder Anstiftung zum Mord. 

Am 30. April 2011 wurde Saif al-Arab al-Gaddafi zusammen mit drei der Enkel Muammar al-Gaddafis bei einem Luftangriff der NATO auf Bab al-Aziziya, die Residenz seines Vaters in Tripolis, nach libyschen Angaben getötet.

Seit dem mit Hilfe der Nato erfolgten Sturz Gaddafis ist Libyen in einen Bürgerkrieg geraten, in dem sich mittlerweile zwei rivalisierende Regierungen und Parlamente gegenüberstehen. Zudem kämpfen mehrere Milizen um Einfluss in dem nordafrikanischen Land.

AFP/js

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