Galavit-Prozess: Die Akteure und das Medikament

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Falko D. (66), Kopf der Galavit-Bande, wurde von der 3. Strafkammer des Kasseler Landgerichts zu sieben Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der Kaufmann mit exzellenten Ost-Kontakten aus Nachwendezeiten verschob nach Erkenntnissen der Kasseler Strafkammer den Löwenanteil der Beute über Auslandskonten an sich selbst. Dem Kasseler Landgericht hatte sich Falko D. als Manager, Personalvermittler, Unternehmer im IT-Bereich und in der Autozulieferer-Branche sowie als freier Berater des russischen Ex-Präsidenten Boris Jelzin vorgestellt.
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Theodor von K. (60), der Galavit-Reklameexperte, bekam im Sommer 2008 eine Haftstrafe von drei Jahren. Der Wissenschaftsjournalist, Buchautor und Nachfahre aus dem Hause der Württemberger Herzöge hatte die Krebsmittel-Geschichte ins Fernsehen und in die Presse gebracht. Die Anklage lastete ihm auch die erfundene Geschichte von der Prostatakrebsheilung des Schauspielers Ivan Desny an. Diese Rührstory um den bekannten Film- und Fernsehdarsteller hatte viele Krebspatienten ihre letzte Hoffnung auf Galavit setzen lassen.
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Thomas P. kassierte das Geld.
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Dr. Eike R. (67), in der Galavit-Connection zuständig fürs Medizinische, wurde zu fünf Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Er stand für gut 5000 Euro netto im Monat auf der Gehaltsliste des Bad Karlshafener „Carolinum“, einem Haus der Ebel-Klinikenkette. Der Chirurg habe nicht ansatzweise Standards einer Patientenaufklärung beachtet, geschweige denn Grenzen einer Behandlung mit Galavit klargestellt. Nachfragen habe er mit Hinweis auf leider geheime Weltraumforschung der Russen abgeblockt, rügte das Urteil. R. habe das Vertrauen seiner Patienten missbraucht.
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Marco di C.
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Das Präparat: Galavit wurde für viel Geld an Krebspatienten verkauft.
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Eine Apothekerin in Moskau berät eine Kundin über das russische Krebsmedikament "Galavit".

Ob ein Großteil der Millionen-Beute in russischen Kanälen verschwunden oder auf fernen Inseln gebunkert ist, wird wohl nie geklärt: Das Galavit-Strafverfahren gegen eine fünfköpfige Krebsmittel-Betrügerbande aber kommt zurück ans Landgericht Kassel. Wir zeigen die Akteure.

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