SPD-Landeschef will nicht mehr für Spitzenamt kandidieren - „Chance, das Negative hinter sich zu lassen“

Garrelt Duin gibt SPD-Vorsitz auf

Hannover. SPD-Landesvorsitzender Garrelt Duin will den Weg für einen Neustart an der Spitze der Landespartei frei machen. In einer Erklärung an Parteifreunde teilte er gestern mit, beim Landesparteitag im Mai nicht wieder für das Amt des Landesvorsitzenden zu kandidieren.

Duin führte die Landespartei seit 2005, räumte nun aber Fehlentwicklungen ein. Der 41-jährige Bundestagsabgeordnete will sich auf seine Aufgaben in Berlin konzentrieren. „Ich bin der Überzeugung, dass ein personeller Neuanfang an der Spitze unserer Partei die große Chance bietet, das Negative der Vergangenheit hinter sich zu lassen und in den entscheidenden Fragen der Zukunft neue Kraft zu schöpfen“, schrieb Duin. Öffentliche Kontroversen hätten den Eindruck hinterlassen, die SPD befasse sich in erster Linie mit sich selbst.

„Meine Erfahrung aus den letzten Jahren hat mir zudem sehr deutlich aufgezeigt, dass ich als Landesvorsitzender ohne Landtagsmandat nicht die erforderliche Präsenz haben konnte, um den Aufgaben so gerecht zu werden, wie die Partei es erwartet.“

Die Tätigkeiten in Berlin als wirtschaftspolitischer Sprecher und Leiter des Forums „Wirtschaft und Mittelstand“ im Parteivorstand „binden mich aber dort noch stärker“. Er kündigte an, sich auch als Vorsitzender des SPD-Bezirks Weser-Ems zurückzuziehen.

Der Ostfriese Duin musste bei Vorstandswahlen magere Ergebnisse hinnehmen. Innerparteilich wurde ihm vorgeworfen, er kümmere sich zu wenig um Niedersachsen. Es gab Zweifel an seiner Führungsstärke. Etliche Genossen kreideten ihm an, dass er 2008 nicht für den Landtag kandidierte. Mit dem Rückzug enden auch Duins Ambitionen, bei der Landtagswahl 2013 als SPD-Spitzenkandidat gegen Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) anzutreten. Die SPD-Landtagsfraktion wollte sich nicht zum Rückzug Duins äußern. (lni) KOMMENTAR

Von Monika Wendel

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